Börse persönlich

  • Tesla, mein Trauma.

    Es gibt wohl keine Aktie, von den rund 100 Einzelwerten und ETFs, die ich mittlerweile besessen habe, an die ich so viele Emotionen verloren habe, wie Tesla.

    Aktuell verharrt der Wert seit einer Woche um die 170 Euro. Davor hatte es einen heißen Ritt gegeben. Seit Anfang des Jahres war die Aktie zunächst von 230€ um 40% gefallen und hatte sich damit aus dem Team der Magnificant 7 disqualifiziert. Der Tiefpunkt lag am 22.4. bei 133 Euro. Aber dann, Ende April ging es nach schlechten Zahlen, dafür aber umso besserem KI- und Autonomous-Driving-Bla-Bla sowie einem China-Besuch von Elon Musk mit angeblich positiv abgeschlossenen Daten-Rechte-Verhandlungen innerhalb von einer Woche 30 Prozent rauf.

    1 Woche! 30%!!! Elon, man kennt ihn. Dass der Markt, das Superhirn, ihm seine Shows und vollmundigen Vorhersagen noch abnimmt, ist ein Wunder. Und Wunder, die gibt es am Markt immer wieder. Ich frage mich oft, ob das mit dem Superhirn überhaupt ernst zu nehmen ist.

    In der 30%-Up-Woche habe mich geärgert, mal wieder. Weil ich bei round about 140€ ganz nah dran war, zuzuschlagen – und rückblickend mit sehr gutem Timing bei der Rally dabei gewesen wäre. Selbst wenn es gegen den mir selbst auferlegten Nie-wieder-Tesla-Zocken-Vorsatz verstoßen hätte. Diesen hatte ich ja ein paar Wochen vorher schon einmal bei 150€ kurzfristig ausgehebelt, aber sofort rückgängig gemacht.

    Mein Tesla-Borderlining ist schon echt sick, und peinlich, aber na ja…
    https://dummesgeld.com/2024/04/21/q1-recap-mist-gebaut-und-aufgeraumt/

    Ich habe mich an Tesla in den letzten beiden Jahren schon x-mal versucht; zig mal habe die Positionen nach Achterbahnfahrten, von großen Ängsten getrieben neutral oder mit leichten Verlusten wieder verkauft. Nur ein einziges Mal habe ich bislang einen Gewinn erzielt, 500€, um dann allerdings wochenlang dabei zugesehen, wie die Aktie weiter stieg und mein Gewinn im Peak (es war eine für mich sehr große Position mit einem Kaufwert von 5.000€) auf 2000€ gewachsen wäre. In dieser Zeit habe ich mich täglich grün und blau geärgert und konnte mich über die 500€ überhaupt nicht mehr freuen. Keine Freude über 500€. Wer es nicht selbst erlebt, mag das nicht glauben.

    Oh Boy.

    Dem Tesla-Trauma in all seinen Facetten ein Ende setzen, wollte ich, als ich mich vor etwa einem Jahr für einen Sparplan entschieden habe. Denn auf lange Sicht glaube ich an Tesla, an Elon Musk, an das Potential des in Zukunftssegmenten breit aufgestellten Unternehmens. Die automatisierten Käufe via Sparplan lassen mich daran teilhaben, on the Long Run. Ich kaufe zu dem Kurs, den die Jojo-Aktie gerade aufruft, jeweils zum 5. des Monats, ohne dass mein eigener Wahn Einfluss nimmt.

    Wie die jüngsten Erfahrungen zeigen, bin ich trotz der Sparplan-Krücke jedoch weiterhin gefährdet, Rückfalle mit Tesla zu erleiden und bei aller Vernunft doch emotional zu werden. Ich muss da höllisch auf mich aufpassen. Wird schon.

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  • FOMOfree for Life.

    Okay, realistischer wäre wohl ein Fragezeichen ans Ende der Headline zu setzen. „For-Life“-Aussprüche sind meist nicht ganz ernst zu nehmen. Denn was gilt denn schon fürs ganze Leben?! Aber egal, momentan fühlt es sich so an. Die Fomo schafft es diesmal nicht, mich in den Markt zu saugen. Ich habe keine Angst, etwas zu verpassen.

    Nach dem Abwärtsrutsch vergangene Woche, gekrönt von einem furiosen Abverkaufsfinale am Freitag, den 19.4., ist die neue Woche wieder freundlich gestartet. Als wäre die Fear übers Wochenende einfach verpufft und als seien die schlechten Aussichten von ASML, die den gesamten Halbleitersektor erschüttert hatten, nur eine Fata Morgana gewesen.

    Montag also wieder grün, Dienstag noch viel grüner. Dazu, gleich mehrfach zu lesen, die passende Schlagzeile: „War es das mit der Korrektur?“ Ja, klar! denkt sich das Dumme Geld und kauft alles, was vor ein paar Tagen noch viel zu teuer war. Jedenfalls vermute ich, dass es vor allem Privatanleger sind, die diese Rally antreiben, obendrauf befeuert von guten Spotify-, SAP- und Whatever-Zahlen. Freitag Angst, ja sogar die Panik, und Montag wieder munter und beschwingt: Buy the Dip. Im Hintergrund reiben sich die Profis, die den Finger weiter am Sell-Button haben, womöglich die Hände.

    Ich habe solche Swings inzwischen schon dutzendfach erlebt und bin nicht nur ein Mal in einer Aufwärtsbewegung nach einem Kursrutsch euphorisch eingestiegen, mit dem Gedanken: Es geht wieder bergauf, ich will dabei sein, auch mit der Intension, meine Verluste auszugleichen. Den Fehler habe ich mehrfach wiederholt! Wie oft ich ihn wiederholen musste, um daraus schlau zu werden, habe ich verdrängt, aber das Ergebnis ist, dass ich der aktuellen Rally gelassen folgen kann, ohne einen Finger zu rühren. NO FOMO. Ich bin mir sicher, dass das Pendel wieder zurück schlagen wird. Und auch, wenn es nicht so kommt, fühle ich mich mit mir und meinem Nichttun sehr wohl. No worries. Kein Self-Bashing wegen entgangener Chancen. Ich kann ruhig schlafen. Ich warte ab.

    Das sind die Momente, in denen ich merke, dass ich in den vergangenen zweieinhalb Jahren einiges gelernt habe. Über die Börse, Wirtschaft, Politik und Unternehmen, aber auch sehr viel über das Sentiment, vor allem mein eigenes Sentiment und wie es meine Entscheidungen manipuliert. Da ich in der aktuellen Lage keine Vorstellung habe, wohin sich das alles bewegt, fühlt sich Zurückhaltung am besten an. Mein Mantra lautet: Ich verpasse momentan nichts.

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  • Q1 Recap: Mist gebaut und aufgeräumt.

    Okay… Ich habe in den ersten drei Monaten anders gehandelt als ich es mir vorgenommen hatte. Von wegen Finger stillhalten, auch wenn sie noch so sehr kribbeln… Ist mir leider nicht gelungen. Aber immerhin habe ich die Fehler zügig korrigiert. Und ebenso erfreulich: Es war nicht alles schlecht, was ich veranstaltet habe.

    Bevor der Mist kommt, erstmal die Aktionen, mit denen ich fine bin. Da wären die Verkäufe von Daimler Truck und Bitcoin, über die ich in vorangegangen Beiträgen bereits berichtet habe. Gewinn 2.000€, steuerfrei, ein Betrag, der sich bei einem Einsatz von rund 50.000 für meine Verhältnisse als Jahresperformance sehen lassen kann.

    Was auch gut war: Die Trennung von Aktien, die ich schon seit längerer Zeit loswerden wollte. Erstens FMC Corp., deren Verlust ich mit dem Gewinn von Hexagon verrechnet habe – und zweitens Nike, die ich mit Orsted Gewinnen neutral aus dem Depot fegen konnte.

    Zufrieden bin ich auch mit meinen Nachkäufen bei Porsche, Neste und Aurubis, die zu einer guten Verbilligung der Kurse gesorgt haben. Und sehr zufrieden und vollkommen im Reinen bin ich mit meiner Entscheidung, bei RWE einzusteigen. Ich habe bei einem Kurs von 31,69 eine erste Tranche im Wert von rund 3.000€ etabliert, insgesamt sollen es 5.000€ werden. Ich bin davon überzeugt, dass die Aktie am Ende des Jahres höher stehen wird. Der Kurs ist derzeit fair bewertet, das Unternehmen stabil und Energie das Thema der Zeit.

    Weiterhin habe ich einen neuen Anfang gefunden, wieder eine Bitcoin-Position aufzubauen, worauf ich stolz bin, da die Entscheidung für den Wiederkauf aufgrund der Angst, den falschen Einstiegszeitpunkt zu erwischen, gar nicht einfach war. 750€ sind investiert, derselbe Betrag soll folgen. In steigende Kurse wird es mir schwer fallen. Das Halving steht an, man weiß nicht, wie es sich entwickeln wird.

    Und nun zu den Fail-Käufen!

    Im Nachhinein kann mich mir da nur an den Kopf greifen. Tatsächlich hatte ich Mitte März wieder einmal bei Tesla zugegriffen. Ausgerechnet die Aktie, mit der ich nach unzähligen On-Offs in einer extrem komplizierten Beziehung stehe. Außerdem hatte ich Apple gekauft, als mir 158€ wie ein Super-Schnäppchen-Preis erschienen waren – und Nike. Nike! Anfang des Jahres hatte ich drei Kreuze gemacht, als ich sie losgeworden war und zwei Monate später lege ich sie mir bei gefühlt super-billigen 88€ wieder ins Depot, weil Turnaround-Chance und so. Glücklicherweise hielt dieser ganze Spuk nur wenige Tage und unruhige Nächte, in denen mich wohl mein Unterbewusstsein quälte. Die Trennung von den drei Papieren verlief dann schnell und relativ schmerzlos. Apple raus ohne Verlust. Tesla mit einem Minus von 35€ und Nike mit 25€ Miesen. Die 60 verlorenen Euro habe ich dann von meinem wohlverdienten Gehalt ins Depot eingezahlt, damit es weh tut, Wirkung wie ein Strafzettel, jedenfalls erhofft.

    Zeitgleich mit Tesla-Apple-Nike-Fail-Käufen hatte ich obendrein ein neues Spiel-Portfolio etabliert, mal wieder bei Just Trade, im so called Trading Depot (haha), wo mir noch nie etwas Vernünftiges geglückt ist. Meine ausgewählten Hoffnungsträger: RollsRoyce, Nikon, Aixtron, Nanodimension, Xometry. Das Ganze sollte eine Art 3D-Druck plus Turnaround-Aixtron-Wette sein. Einsatz rund 3.000€ insgesamt. Der Plan, vermeintlich „Strategie“ genannt: Aktien bis zum Ende des Jahres halten, in der Hoffnung auf einen Anstieg von 30% oder bessern noch mehr. Kann ja sein, dass es so kommt. Allerdings regte mich die Aktion nach zwei Wochen voller Volatilität und 4 von 5 Kandidaten im Minus so auf, dass die 200€ Verlust, die mir der Abverkauf bescherte, der Preis für eine Art Heilung waren. Heilung meiner eigenen Dummheit. Für immer? Wohl kaum.

    Last but not least das Ärgernis einer verpassten Chance: Ich hätte Carl Zeiss Meditec, Merck und den Schweiz-ETF im Dreierpack ohne Verluste auflösen können, es aber leider gelassen, wegen stabilem Aufwärtstrend seit Jahresanfang, haha, mit dem Ergebnis, dass Zeiss seit dem letzten Hoch wieder um 25% gefallen ist (was eeeeecht weh tut), Merck die 10% Gewinn mittlerweile fast komplett wieder abgegeben hat (was eeeeecht ätzend ist) und das Schweiz-ETF ebenfalls erneut in den roten Bereich gerutscht ist.

    Im Gegensatz dazu wiederum steht das Ärgernis einer genutzten Chance, die keine war. Ich habe Adidas, die ich auch schon länger loswerden wollte, mit einem Verlust von „nur noch“ 200€ verkauft. Anschließend stieg die Aktie lustig weiter und aktuell wäre ich rund 10% = 300€ im Plus. Tendenz steigend. Na ja. Wie man es macht… C’est la vie! Das Gute ist immerhin, dass ich weiter an Zeiss glaube, und die aktuelle Adidas-Liebe des Marktes für eine temporäre Verwirrung halte, die bald den Rückwärtsgang einlegt. Natürlich weiß ich, dass ich nichts weiß. Alles kann genauso gut umgekehrt kommen.

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  • My Magnifi-fuck 7

    Ich habe VARTA gekickt.

    Nachdem die Aktie (die in Bestzeiten mal 130€ gekostet hat und die ich im Krisenjahr 2022 bei um die 33€ eingesammelt hatte) ewige Zeiten lang in meinem Depot bei um die -50% vor sich hin gedümpelt war, und sie nun erneut um 30% abgerauscht ist, konnte ich heute nicht mehr. Die Aktie fühlte sich für mich plötzlich wie ein Tumor ein, den ich los werden musste. Sofort und ein für alle Mal. 700 Euro Verlust als Rezeptgebühr für mentale Gesundheit. Das ist es mir wert.

    Mehrfach hatte ich schon überlegt, mich von den Papieren zu trennen, was jedoch im direkten Konflikt zu einem Vorsatz stand, den ich vor einigen Monaten gefasst habe, nämlich: in meinem Schrottdepot, das anfangs mal ein „Tech-Labor“ gewesen war, NICHTS (aber auch gar nichts) mehr zu ändern, sondern es einfach liegen zu lassen, wenn es sein müsse für Jahre, bis es sich irgendwie von selbst ausgleichen würde. Rund 10.000 Euro sind darin investiert, die aktuell nur die Hälfte Wert sind. Jetzt sind es noch 9.000 und ein Verlusttopf, der nun 1800€ groß ist. Immerhin 300€ habe ich aus VARTA behalten und denke, die gehen vielleicht in 5 x PayPal. Oder lieber Tomra… Mal sehen.

    Es ist eine nicht vollends abwegige Hoffnung, dass sich im Schrottdepot irgendwann alles zumindest(!) (wenigstens halbwegs) ausgleichen könnte. Und deshalb möchte ich dem Grundgedanken zwar weiter folgen, aber eben ohne VARTA. Denn das Management dieses Unternehmens scheint überhaupt nichts auf die Reihe zu bekommen, nicht einmal mit Support von Geldgebern, die dem Ganzen vor Monaten noch eine Chance gaben. Irgendwann wird denen wahrscheinlich auch die Geduld ausgehen. Mir jedenfalls reicht es mit diesen nicht endenden Schreckensmeldungen, die das Unternehmen selbst produziert.

    So wie ich die FMC Corp. vor einigen Wochen rauswarf, wegen deren ebenfalls regelmäßig wiederkehrenden Abstürzen im zweistelligen Bereich. Auch bei diesem Unternehmen riss mir eines Tages der Geduldsfaden. Wie bei Varta, ein Abschied mit Verlust, der jedoch befreit. Und das, egal, wie sich die Aktie weiter entwickelt und ob sich das Realisieren der Buchverluste später als Fehler erweist. Machmal muss ein Wert weg, egal wie das ausgeht.

    Mein Schrottdepot ist voll von Kandidaten, die aktuell nur von der Spekulation leben, dass sich wenigstens die Hälfte erholen möge. Sie leben von Hoffnung und Geduld. Und ich habe beides nur in Maßen. Wie VARTA zeigt, gibt es trotz des Vorsatzes zum Durchhalten einen Punkt, an dem ich jegliches Vertrauen verliere und das Trauerspiel schlicht und einfach nicht mehr sehen will, egal, was es kostet. Nennen wir es Depothygiene.

    Das Schrottdepot habe ich erst kürzlich übrigens zur DKB verbannt, vormals war es bei smartbroker, den ich gekündigt habe. Obwohl ich die Deutsche Kreditbank mag: das Webdesign des Depots dort ist genauso schrottig wie der Großteil der Werte, die dort weiter vor sich hindümpeln können. Magnifi-fuck statt Magnificent.

    Da waren’s nur noch sieben…

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  • Ein Monatsgehalt durch Bitcoin.

    Halten wollte ich. Am besten für immer.

    Zwei Jahre lang hat mich mein Bitcoin-Engagement in Höhe von 1.500 massenhaft Nerven gekostet. Gekauft in kleinen Häppchen im ersten Quartal 2022, in Form von ETP-Anteilen bei Scalable, war ich mit der Position zeitweise bis zu 70% im Keller. Die Befürchtung, dass die Kryptowährung am Ende doch für Null und Nichtig erklärt werden würde, schob ich stets von mir und doch kam ab und an kam die Angst vor einem Totalverlust hoch. Aufgrund dessen traute ich mich dann leider nicht, im Sommer 2023 bei 16.000 Euro nachzukaufen, obwohl ich mit dem Gedanken gespielt hatte.

    Anyway, ich hielt. Und hielt. Sogar als der Bitcoin in den grünen Bereich wanderte, hielt ich meine 0,0475 Anteile weiter. Das ist deshalb erwähnenswert, weil ich Angst-Positionen dieser Art vormals regelmäßig rausgeschmissen habe, sobald sie im neutralen Bereich waren, nur um sie nach all der Panik und Nervtöterei endlich los zu sein.

    Bei Coinbase war dies keine gute Entscheidung. Nachdem die Aktie, in die ich nach mehreren Nachkäufen insgesamt mit 2.000€ und einem Durchschnittspreis von 80€ pro Stück investiert war, kickte ich sie sofort, nachdem sie aus dem Allzeit-Tief von 30€ endlich wieder bei meinem Einstandspreis angekommen war. Total erleichtert war ich damals. Das Ende der Geschichte ist, dass sich der Wert seitdem verdreifacht hat und meine 2.000€ inzwischen 6.000€ wert gewesen wären. Aufgrund des Coinbase-Fehlers gelang mir das Durchhalten beim Bitcoin.

    Jedenfalls solange, bis er bei 70.000-Dollar-Marke geknackt hatte und bei mir ein Gewinn von aufgerundet 1.500€ zu Buche stand. Keine Verdreifachung wie bei Coinbase, aber eine Verdopplung. Verlockend. Ich zögerte eine Weile, mehrere Tage, es ging in kleinen Schritten weg vom Hoch und schließlich löste ich die Verkaufsorder aus. Wenn Kryptos länger als ein Jahr gehalten werden, und das hatte ich, fällt beim Verkauf keine Steuer an. Von dem Geld kann ich mir ein Auto leisten. Ich hätte es nicht ertragen, den Gewinn wieder zu verlieren.

    Am 18.03. verkaufte ich, mit dem festen Vorsatz, Bitcoin wieder zu kaufen, in Tranchen und die Anteile erneut ein Jahr zu halten, mindestens. 0,0475 BTC bei einem Kurs von 61.488,89 nach Abzug eines „Crypto-Spread-Aufschlags“ (was immer das ist) von rund 30€ = 2.918,00€

    Inzwischen habe ich bereits 500€ re-investiert. Diesmal bei Finanzen.netZERO, wo man nicht über ein ETP-Vehikel investiert, sondern über die Krytobörse Tangany, bei der ein persönliches Wallet eingerichtet wird, in dem die Anteile liegen, während beim ETP Schuldverschreibungen auf den Bitcoin gekauft werden. Beide Varianten sind mit „Physical Bitcoin“ hinterlegt. Jede hat Vor- und Nachteile. Umfassend verstehe ich das alles es nicht. Aber ich verstehe den Bitcoin ja auch nicht. Und trotzdem gebe ich Geld um es in Komma-Anteile der geheimnisvollen Währung zu tauschen. Es ist eine abenteuerliche Art Geld anzulegen, das gebe ich gerne zu. Irgendwie will ich dabei sein.

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  • Dax bei 18.500 Punkten. Kein Scherz!

    Am 3. März zitierte ich die Tickermeldung: „Dax behält 18.000 im Blick“.
    Ende des ersten Quartals hat er nun erstmals sogar die 18.500 Punkte überschritten. Und das am 1. April 2024. Kein Scherz – und doch irgendwie ein Witz. (Meine Meinung.)

    Tja, aber: So isses.
    Wer könnte dem Markt, aka Superbrain, widersprechen?

    Wie es scheint, geht es aufwärts und nochmal aufwärts. Ich habe aufgegeben, mich innerlich dagegen aufzulehnen, denn es hilft rein gar nichts, macht die Nerven kaputt und verleitet – mich zumindest – stets zu Kontra-Wetten und Trades, die mich in der Vergangenheit von wenigen Ausnahmen abgesehen, in die Scheiße geritten haben. Ich habe gelernt, dass es nervenschonender ist länger an der Seitenlinie zu stehen und Gewinne zu verpassen als zu früh auf eine Korrektur zu setzen, die weiter auf sich warten lässt. Wenn der Markt steigt, die Bullen regieren, hilft es nichts, selbst vom Gegenteil auszugehen, auch, wenn man noch so Recht hat. Momentan halte ich, wie viele andere, eine Gegenbewegung zwar für garantiert, wie lange sie noch auf sich warten lässt, kann niemand vorhersagen. Es morgen losgehen oder noch Tage und Wochen dauern. Only time can tell.

    Noch dominiert das Momentum. Und wie sagt Markus Koch so schön:

    „Momentum is a Bitch.“

    DAX Chart by Onvista, 1.4.2024

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  • The Greed is on.

    „Dax behält 18.000 im Blick – Bitcoin und Gold senden unterschiedliche Signale“, meldet aktuell der stock3-Ticker. Ich finde solche Sätze immer wieder lustig: Indizes und Assets werden im Börsensprech zu Protagonisten erkoren, so als wären sie aktive Player, so als seien sie es, die die Kurse auf und ab bewegen und nicht etwa die Marktteilnehmer.

    Der Dax blickt.
    Bitcoin und Gold senden.

    Und der Markt, das allwissende Superbrain, das über allem thront, kann sich heute zwischen Greed und Extrem Greed nicht entscheiden.

    Gestern und vorgestern dominierte das Rot, heute werden die Indizes wieder reichlich begrünt. Der Bitcoin prahlt sogar in dunkelgrün.

    Interessant ist, dass es mich diesmal kalt lässt. Es ärgert mich nicht, dass der Dip sofort wieder aufgesogen wurde, anstelle den Beginn einer Korrektur zu markieren. Irgendwann wird sie kommen, die Fear. Es braucht Geduld. Die Chance, bei niedrigen Kursen in größerem Stil einsteigen zu können, ist eine Frage der Zeit. Und beim nächsten Mal werde ich sie nutzen, mit all dem Wissen und der Erfahrung der vergangenen zweieinhalb Jahre. (Hoffentlich!)

    Der Markt wird es richten und ich mich nach ihm.

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  • Hold & Sell.

    Ich muss es mir endlich eingestehen: zum Aktien-Halten bin ich nicht geschaffen.

    Solange eine Aktie im Minus ist, rede ich mir ein, ich hätte sie fürs Leben gekauft, sage mir: Diese Aktie gehört langfristig in mein Depot, das Unternehmen ist Weltklasse und wird weiterhin top performen, die Aktie wird in 3 (5) (10) Jahren ein Vielfaches an Wert gewinnen und bis dahin macht sie mich mit schönen Dividenden jedes Jahr glücklich… Bla bla bla.

    Bis sie dann ins Plus dreht.
    Dann gehen die Überlegungen mit mir durch. Doch lieber verkaufen, bevor es wieder runter geht? Den Gewinn realisieren und damit einen Verrecker glattstellen? Den Gewinn realisieren und die Aktie zurückkaufen, wenn sie wieder billiger ist? Den Gewinn, wenn er sich so aufdrängt, realisieren und auf dem Tagesgeldkonto sichern, weil die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur täglich zunimmt? Die Verkaufslust wird übermächtig.

    Und wenn dann eine Aktie wie Daimler Truck an einem Tag 17% zulegt, nachdem sie in den Tagen vorher schon 5% gestiegen war, kann ich nicht anders: Ich verkaufe. Wohlgemerkt, ein Kursanstieg von über 20% bei so einem Wert! Bei Tech sind derlei Kurssprünge momentan ja an der Tagesordnung, aber bei Lastwagen…!? Da wäre es in meinen Augen fahrlässig gewesen, wenn ich den Gewinn, der durch welche Übertreibung auch immer, zustande gekommen sein mag, nicht MITNEHME. Immerhin rund 800€, aufgrund von Verlusttopf-Verrechnung sogar steuerfrei. Und das, nachdem ich zwei Jahre lang oft befürchtet hatte, Daimler Truck würde nie wieder grün werden.

    Der Verkauf fühlt sich gut an. Wenngleich er nun wohl eine weitere Bankrotterklärung in dem Sinne ist, dass ich in der Lage bin ein Langzeitdepot zu führen, ganz stur und unabhängig von aktuellen Kursbewegungen. Das gelingt mir nur bei Sparplänen. Weswegen ich in Zukunft noch ein paar mehr davon auflegen will.

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  • Unerträgliches Kribbeln.

    Es ist kaum noch auszuhalten.

    Die Börse steigt und steigt und steigt.
    Zumindest beim überwiegenden Teil der Aktien, sogar im Smal Cap-Bereich. Und erst recht auf Index-Ebene. All-Time-Highs everywhere. Meine jüngsten Depot-Neuzugänge Deere und Enel gehören (natürlich) nicht dazu. Ebensowenig war die Aufstockung bei Neste von Erfolg gekrönt ist, sondern ist innerhalb weniger Tage mit weiteren 7% Minus geschlagen, insgesamt ist sie in meinem Depot nun bei nahezu -20%.

    Obwohl meine(!) letzten Moves ein Flop waren (wohlgemerkt: während die Märkte insgesamt steigen) muss ich mich dennoch extrem beherrschen, nicht noch mehr zu machen. Motto: „Nach so viel Fails muss ich doch auch mal richtig liegen.“ Mehrmals täglich werde ich Gedanken getriggert wie „Los, kauf endlich Rolls-Royce, du siehst der Aktie schon wochenlang beim Steigen zu und da geht gaaaarantiert noch was, Rüstung und so…“ oder „Komm schon, KI, das läuft noch eine Weile straight ahead weiter nach oben, da führt kein Weg dran vorbei, sei dabei, besser spät als nie “ oder „Scheint ja tatsächlich weiter zu gehen, die Rally, und wäre doch cool, wenn du deine Fehlinvestitionen rausboxen könntest“.

    Besonders bei letzterem Impuls haben bei mir dann die Warnglocken geschrillt. Wie oft habe ich mich schon in die Scheiße geritten, in Phasen der Gier und Euphorie, wenn alle dachten, es ginge nun endlos so weiter und ich in den brodelnden Markt vor allem deshalb noch eingestiegen bin: um Verluste gut zu machen. Was dann nach hinten losging.

    Diesmal bleibe ich hart. Ich kaufe nichts von dem, was in diesem Moment ach so angesagt ist. Aber es fällt mir täglich schwerer nicht auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Fuck FOMO.

    Wenn ich überhaupt etwas tue, stocke ich Neste noch einmal auf und Enel, eventuell Unilever, Veolia und Pernod. Meine Substanzwerte. (Bei Neste bin ich mir gar nicht sicher, ob Substanz wirklich zutrifft, aber immerhin Öl und so….) Auf jeden Fall meine ich die Art Aktien, die gerade ungehypt sind. Aufstocken ganz unaufgeregt, weil sie momentan günstig einzusammeln sind, im Vertrauen, dass es sich später einmal rentiert.

    Fakt ist: Die Börse ist gierig. Und ich habe Angst.
    Geht es nach Warren Buffet, liege ich damit genau richtig.
    Und diesmal werde ich mich dieser Angst nicht widersetzen und nach langem Zaudern am Ende doch kaufen, um nichts zu verpassen. Nein, diesmal nicht. Egal, ob es jetzt, in dieser Phase richtig ist oder diesmal, ja diesmal, vielleicht nicht.

    79 ist definitiv eine Hausnummer.

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  • Kribbelnde Finger.

    Ein Wochenende und Dutzende Börsen-Podcasts und Online-Artikel später bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich meine Zweifel aufgeben sollte. Der Markt will nach oben. Und ich will dabei sein. Aktien kaufen, jetzt, trotz allem, wegen allem. Steigende Kurse sind und bleiben das Grundrauschen im Glaskugelparadies der Böresenexperten. Ich kann mich dem nicht mehr erwehren. Die Bereitschaft, mich in den Markt hinein zu begeben, ist erwacht. Denn wenn wir nach den verrückten Jahren 2022 und 2023 tatsächlich am Beginn eines neuen Bullenmarktes im Goldilock Scenario stehen, möchte ich dabei sein, verspätet, aber nicht zu spät.

    Die Finger kribbeln.
    Das Gefühl ist stark, ich will rein in den Markt.

    Doch… Gehe ich nochmal einen Schritt zurück, schaue auf mich selbst, so muss ich erkennen, dass ich dieses starke Gefühl durchaus als weiteres Warnzeichen deuten könnte. Denn soweit ich zurückblicke, wurde die Bereitschaft in einer solchen Marktphase einzulenken, getrieben von Opportunismus, der nicht aus dem Herzen kommt, sondern mitten aus dem FOMO-Zentrum, bereits mehrmals abgestraft.

    Deshalb muss ich mich ernsthaft fragen: Ist mein derzeitiges Gefühl, jetzt handeln zu müssen, um die Rally nicht endgültig zu verpassen – obendrauf begleitet durch die Tatsache, dass mein Freund nun bereits die zweite spontane Aktienidee in die Tat umgesetzt hat – nicht der definitive Wink mit dem Zaunpfahl?!!!! Hey, dummes Geld, du kennst diese Momente, sei diesmal smart und halte dich zurück. Es wird zwar noch getanzt, aber die Getränke sind leer und die Party bald vorbei.

    Die Wahrscheinlichkeit ist hoch.
    Und doch, und doch, könnte es diesmal, ja diesmal, anders sein…

    From disco to disco oder from Bull Case to Bärenfalle. Am heutigen Montag wird es definitiv keine Antworten geben. Die Wall Street ist verrammelt wegen des Feiertags. Aber was ist der President’s Day schon gegen Übermorgen, wenn NVIDIA Quartalszahlen meldet. Die Analysten halten das Konfetti schon bereit. Doch wird der KI-Turbo-Profiteur sie auch abbekommen?!

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