Kassensturz ohne Schmerzen und ein Ausblick ohne Emotionen.

Im Laufe des letzen Quartals 2024 ist es mir zunehmend egal geworden, auf rote Zahlen in meinem Depot zu starren. Die Schmerzen, die das Zusehen steigender Kurse von Aktien, die ich zu früh verkauft habe, verursachen, sind ebenfalls weniger geworden. Ich glaube, sie wurden ein Stück weit dadurch wett gemacht, dass ich die Kontrolle über mein Handeln zurück erlangt habe. Es war unglaublich befreiend, Positionen wie HelloFresh und Fiverr trotz hoher Verluste loszuwerden, nachdem ich mir eingestanden hatte, dass ich weder an sie glaube, noch sie ernsthaft besitzen will. Genauso gut hat es getan, angeekelt von Elon Musk, Tesla zu kicken – und das mit gutem Gewinn, der Verluste ausgleichen konnte. Besser lebt es sich auch ohne LVMH, eine Aktie, die ich gekauft hatte, weil sie in nahezu jedem Podcast irgendwann mal als eine Art Must Have gehypt wurde. Johnson & Johnson, Dell und L’Oreal habe ich mit Gewinn verkauft. Warum auch nicht.

Am Ende des Jahres dominiert in meinem Depot der verpönte Homebias. Ich habe ihn in Q4 sogar mit Merck und RWE noch ausgebaut. Merck liegt mir am Herzen. Und RWE ist Energie. Ich mag deutsche Werte ganz einfach. Man kennt sie. Und zur Hauptversammlung ist es nah. Dazu ganz viel Europa. Ich besitze keinerlei US-Big-Tech-Aktien, die USA sind momentan nur noch mit Intel und Nike im Sparplan-Depot vertreten. Fanuc ist der Außenseiter aus Japan. Alles in allem ist es aus heutiger Sicht (der Experten) ein No-Go-Portfolio, aber ich fühle ich damit wohl, sogar mit Carl Zeiss Meditec und Curevac. Das Depot ist ein Sammelbecken für ungeliebte Lieblinge, Altlasten und Ladenhüter, das für 2025 immerhin eine Dividende von rund 2,5% abwerfen wird. Auch ein Aspekt, der Frieden schafft.

Für mein neu angelegtes Depot mit ETFs, die weltweit in Rohstoffe und Versorger investieren, habe ich, trotz aktuell roter Zahlen, ebenfalls ein gutes Gefühl. Ich halte es mittel- und erst recht langfristig für vielversprechend und werde dort tranchenweise weiter aufstocken. Außerdem habe ich vor, in diesem Depot in größerem Umfang Tech-ETFs (KI, Information Technology, Semiconductor) zu etablieren, sobald sie günstiger werden, womit ich rechne. Weiterhin will ich auf einen Korea-ETF setzen.

Die Sparpläne mit Turnaround-Wetten auf Aixtron, Bayer, Intel und Nike werde ich voraussichtlich weiter laufen lassen, die monatlichen Beträge eventuell etwas zurückfahren.

Was ich nach drei Jahren Börse momentan als größten Gewinn sehe: Die Sucht scheint überwunden oder zumindest unter Kontrolle. Alles andere wird schon werden…

Stand: 31.12.2024

Bilder sagen mehr als Worte? Objektiv gesehen, zweifellos ein gnadenlos vermurkstes Privatanlegerinnen-Depot. Dummes Geld at it’s best. Es schreit förmlich: Wie kann man bloß so ein Zeug zusammenkaufen? Tja… Für mich jedoch ist es ein Status, mit dem ich gut leben kann.

Meine Strategie für 2025 wird eine Mischung sein aus Ausbauen, Aufbauen und Liegenlassen.

Stay tuned.

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