Hold & Sell.

Ich muss es mir endlich eingestehen: zum Aktien-Halten bin ich nicht geschaffen.

Solange eine Aktie im Minus ist, rede ich mir ein, ich hätte sie fürs Leben gekauft, sage mir: Diese Aktie gehört langfristig in mein Depot, das Unternehmen ist Weltklasse und wird weiterhin top performen, die Aktie wird in 3 (5) (10) Jahren ein Vielfaches an Wert gewinnen und bis dahin macht sie mich mit schönen Dividenden jedes Jahr glücklich… Bla bla bla.

Bis sie dann ins Plus dreht.
Dann gehen die Überlegungen mit mir durch. Doch lieber verkaufen, bevor es wieder runter geht? Den Gewinn realisieren und damit einen Verrecker glattstellen? Den Gewinn realisieren und die Aktie zurückkaufen, wenn sie wieder billiger ist? Den Gewinn, wenn er sich so aufdrängt, realisieren und auf dem Tagesgeldkonto sichern, weil die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur täglich zunimmt? Die Verkaufslust wird übermächtig.

Und wenn dann eine Aktie wie Daimler Truck an einem Tag 17% zulegt, nachdem sie in den Tagen vorher schon 5% gestiegen war, kann ich nicht anders: Ich verkaufe. Wohlgemerkt, ein Kursanstieg von über 20% bei so einem Wert! Bei Tech sind derlei Kurssprünge momentan ja an der Tagesordnung, aber bei Lastwagen…!? Da wäre es in meinen Augen fahrlässig gewesen, wenn ich den Gewinn, der durch welche Übertreibung auch immer, zustande gekommen sein mag, nicht MITNEHME. Immerhin rund 800€, aufgrund von Verlusttopf-Verrechnung sogar steuerfrei. Und das, nachdem ich zwei Jahre lang oft befürchtet hatte, Daimler Truck würde nie wieder grün werden.

Der Verkauf fühlt sich gut an. Wenngleich er nun wohl eine weitere Bankrotterklärung in dem Sinne ist, dass ich in der Lage bin ein Langzeitdepot zu führen, ganz stur und unabhängig von aktuellen Kursbewegungen. Das gelingt mir nur bei Sparplänen. Weswegen ich in Zukunft noch ein paar mehr davon auflegen will.

Ein Kommentar

  1. Das kann gut daran liegen, dass du nicht weißt, was du tust. Natürlich setzt da dann Panik ein, dass der Kurs komplett abschmieren könnte.

    Wenn man aber in Unternehmen investiert, die man einschätzen kann, kommt diese Panik bei Kurseinbrüchen nicht – und auch nicht der übermächtige Drang bei einem kleinen Gewinn schon wieder alles verkaufen zu müssen, weil man ja davon ausgeht, dass das Unternehmen auch weiterhin gut laufen wird.

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