Ms. Bear, also ich, steht an der Seitenlinie der Börse und staunt. Mr. Market ist wieder bester Laune. Seit zwei Wochen steigen die Kurse nach dem Trump Crash, von ein paar kurzen Rumplern abgesehen, in allen Segmenten kontinuierlich. Ganz viel Hoffnung wird eingepreist, dass alles nicht so schlimm kommen wird, wie anfangs erwartet. Ich selbst erachte die momentane Lage in vielerlei Hinsicht als bedenklich und traue dem Markt, auch wenn er angeblich immer recht hat, keinen Millimeter über den Weg. Mich erinnern die Kursbewegungen zu sehr an 2022. Mein erstes Börsenjahr, in dem ich immer wieder dann gekauft habe, als es schon zu spät war – und der Markt (nach einer socalled Bärenmarktrally) wieder abwärts lief. Die Angst, das erneut zu erleiden, hat mich tief geprägt, verfolgt mich seit jeher, hat mir die guten Jahre versaut. Momentan jedoch erscheint mir die Gefahr einer Wiederholung von 2022 groß. Ich kann meine Gefühle nicht ignorieren. Auch deshalb meine Auszeit. Meine Angst (und das damit verbundene Misstrauen) ist einer von vielen Punkten, die in einer Paartherapie mit Mr. Market geklärt werden müssen. Ich bin an einem Scheidepunkt angelangt. Entweder muss ich einen neuen Investment-Groove finden oder die Beziehung zu Mr. Market beenden.