Keine Ahnung, was genau mich geritten hat, aber am Freitag habe ich wie aus dem Nichts zugeschlagen. Ich habe Merck gekauft und Colgate Palmolive. Einsatz 5.000€. Einfach so. Zack. Ohne große Emotionen. Bislang auch ohne Reue. Beide Aktien befanden sich bereits in meinem Besitz und ich konnte sie damals mit Gewinn verkaufen. Offensichtlich hoffe ich auch diesmal darauf. Vielleicht kommt es so und die Werte steigen nach dem Rücksetzer. Vielleicht fallen sie weiter. Man weiß es nicht. Man weiß es nie. Von dem, was spekuliert wird, kann stets das Gegenteil passieren.
Es ist unmöglich auf Basis von Informationen erfolgreich zu sein. Davon bin ich mittlerweile überzeugt. Ich habe den Eindruck, dass Intuition helfen kann, aber im Grunde doch alles vom Glück abhängt. Oft wird gesagt, das Dumme Geld sei gegenüber dem Smarten Geld im Nachteil, weil Privatanleger zu spät an die Informationen gelangen, auf die Profis dann schon längst mit ihren Kauf- oder Verkaufsentscheidungen reagiert hätten. Aber stimmt das wirklich? Spielt die Information in einer Welt, in der Algorithmen Orders ausführen, automatisiert riesige Summen verschoben werden und Computer undurchsichtige Derivate vor und zurück handeln überhaupt noch eine Rolle? Oder hat das Ganze längst eine unbegreifliche Eigendynamik?
In den vergangenen Tagen hat der Gedanke, dass die Böse tatsächlich das Casino ist, das Kritiker ihr nachsagen, mir innerlich Frieden verschafft. Das Gute am Casino ist nämlich, dass man dort nichts falsch machen kann, sondern einfach bloß: Pech haben. Will heißen: Es trifft mich keine Schuld, wenn ich verliere. Umgekehrt kann ich mir auf Gewinne nichts einbilden. Noch einmal anders gesagt: Gewinne erzielen ist keine Leistung. Und Verlieren keine Schande. Ein neuer Ansatz? I don’t know. Jedenfalls für mich gerade eine gedankliche Entlastung.
Das sehe ich tatsächlich überhaupt nicht so. Casino ist es lediglich, wenn du blind irgendwas kaufst, von dem du keine Ahnung hast. Wenn du dich aber an den Grundsatz hältst, nur in das zu investieren, mit dem du dich auskennst, ist das Ausmaß böser Überraschungen überschaubar.
Klar, kommen die auch hin und wieder. Da gilt es dann aber eben auch: Informationen einholen und neu bewerten. Und das muss man zwingend auch zu Beginn. So findet man dann auch Unternehmen, die verlässlich gut laufen – auch, wenn die Aktien zwischenzeitlich vielleicht mal korrigieren.
Alternativ, wie du schon schreibst: Nur noch in breite ETFs (keine Branchen-ETFs, damit setzt du ja wieder auf bestimmte Werte/Bereiche und kannst böse auf die Fresse fliegen) investieren.
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