America last.

Was für eine Woche! Nach langer Zeit halbwegs geordneter Emotionen gegenüber der Börse war ich, besonders am Mittwoch, wieder einmal abgrundtief angeekelt. Ein Gefühl physischer Dimension, das ich gehofft hatte, durch wachsenden Abstand und Abgeklärtheit hinter mir gelassen zu haben. Aber nein, da war es: Mr. Market und der ganze Betrieb rundherum verursachten einen Brechreiz in mir.

Es traf mich ins Mark, wie die Börse den Sieg eines Psychopaten feiert. Ein Mann, der ins Gefängnis gehört und nicht ins Weiße Haus. Wie krank muss die Welt sein, die die Börse angeblich abbildet?!! Trump sei gut für die Wirtschaft, so die Erklärung. Aber unschwer erkennbar nicht für die Weltwirtschaft. Während US-Aktien steil gingen, begleitet vom Bitcoin, wurden europäische Werte rasiert. Dazu Solar und Wind in Grund und Boden gestampft. Die Börse handelt die Zukunft, so sagt man, allerdings keine nachhaltige. Und das nicht nur auf die Umwelt bezogen.

Unnötig zu erwähnen, dass ich an der Trump-Rally nicht teilnehme. Schon allein deshalb, weil ich kaum noch amerikanische Aktien besitze. Was sich irgendwie so ergeben hat. Die erste Rally, die mir nichts ausmacht zu verpassen. So angewidert bin ich momentan.

Eines habe ich jedoch getan: Tesla verkauft. Oder besser gesagt: mein Abo gekündigt, aka den Sparplan aufgelöst und gelöscht. Elon Musk, den ich einmal sehr bewundert habe, ist in meinem Ansehen tief gesunken, bereits vor seiner offensiven Trump-Liebe, aber die hat mir den Rest gegeben. Nun war der Moment gekommen, mich von den Papieren zu trennen. Gewinn mitgenommen und Tschüss. Es tut mir leid um die geile Marke Tesla, aber Musk ist niemand, den ich weiterhin in meiner Cloud haben möchte, aka Portfolio.

Der Gedanke, der Börse nun bis zum Jahresende den Rücken zu kehren, hat mich das komplette Wochenende begleitet. Und so beruhigend dies wäre, befürchte ich leider, es wird mir nicht gelingen.

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