EZB-Entscheid: wie erwartet.
Konjunkturdaten aus den USA: widersprüchlich.
Unternehmenszahlen der neuen Berichtssaison: gemischt.
ASML enttäuschte unlängst auf ganzer Linie, während Taiwan Semi voll durch die Decke geht. LVMH schwächelt und drückt die Stimmung im Luxussegment erneut. United Health bricht ein, Experten sind uneinig, ob berechtigt oder nicht. Johnson & Johnson meldet unerwartet gute Zahlen. Merck legt kräftig zu (+7%), von Satorius (+15%) gar nicht zu sprechen. Während es meine liebe Carl Zeiss Meditec wieder kräftig beutelt. Da muss ich vor den Zahlen wohl zittern. Oder auch nicht. Vielleicht steigt sie dann ja zweistellig. Alles ist möglich in diesen Tagen.
Es bleibt wie es ist. Die Bullen feiern Schaumparty im Bällchenbad. Der Markt wirft sich wie ein Betrunkener hin und her. Und die Bären, die sich seit Monaten (Jahren) fragen, wie lange das noch so gehen soll, bekommen eine kalte Dusche. Immer und immer wieder. Inzwischen ziehen sogar die lange verschmähten amerikanische Nebenwerte mit, wegen Trump, der momentan vorne liegt, so heißt es, während von „Harris Trades“ niemand mehr was wissen will. Die Stimmung wird schneller gewechselt als die Unterhosen. Wenn überhaupt noch welche getragen werden. China hui, China pfui. Öl auf und ab. KI ist wieder heißer Scheiß und die Antwort auf die Frage, ob sich die exorbitanten Investitionen in KI für die Unternehmen lohnen: scheißegal.
Blackwell, Blackrock, Blackstone. Alles geil.
Und nicht die geringste Angst vor einem Black Swan.
And my Sentiment? Komplett erschlagen. Die letzten Käufe haben altbekannten Frust nach sich gezogen. Stellantis, RWE, Disney – einfach mal schnell gekauft und innerhalb weniger Tage zurückgedreht. Kaufen, Verkaufen, ohne Gewinn, ohne Verlust. Wie in alten Zeiten, die ich gerne hinter mir gelassen hätte. Tja, doof. Warum ich mein Konzept des unaufgeregten, kontinuierlichen Anlegens nun doch erneut selbst unterlaufe, erkläre ich mir damit, dass die Hoffnung, die „richtigen Trades“ würden mich eines Tages mal zur „echten Gewinnerin“ machen, leider nicht stirbt.
Das Kind in mir will Spaß im Bällchenbad und zwar sofort. Die Erwachsene dagegen hat keine Lust auf Roulette mit Mr. Market. Es gibt so viele Gründe, die zur Vorsicht mahnen, so viele Faktoren, die sich widersprechen und im Zusammenhang keinen Sinn ergeben. Aber die Börse schert es einen Dreck. Sie taumelt euphorisch zwischen Greed und Extrem Greed. Was da vor sich geht, mag eine eigene Logik haben, im Rückblick vielleicht sogar verständlich sein. Aber ich fühle mich unwohl dabei. Mir ist es zu heiß. Meine Zweifel sind riesengroß, meine Erwartung, dass es knallt, ist riesig. Gegen dieses Grundgefühl komme ich nicht an. Regelmäßig werde ich darauf zurückgeworfen. Ich kann mich auf diese Partys beim besten Willen nicht einlassen. Zumal man gar nicht weiß, wer überhaupt eingeladen hat.