On my way to Börsenentzug… Was mir sehr geholfen hat, war der Entschluss alle Aktien in einem Depot zu vereinen. Alte Lasten und neue gescheiterte Hoffnungen unter einem Broker-Dach für eine transparente, ungeschminkte Übersicht.
Tagesaktuell weist der Buchverlust im Gesamten 8.200€ aus. Bei rund 26.000€ derzeit verbliebenem Kapitaleinsatz bedeutet das 30% Minus. So! sieht es aus. Als ich noch mehr als das Doppelte investiert hatte, war der Prozentsatz entsprechend kleiner. Das sah dann weniger dramatisch aus, aber 8.000€ bleiben 8.000€. Das musste ich auch erst mal realisieren, insbesondere, was die hartnäckigen 5.000€ Glückritter-Minus betrifft, von denen ein beträchtlicher Teil vermutlich für immer verloren ist.
Eine klare Sicht auf die Verluste statt Verschleierung der Tatsachen vor mir selbst. Das hat mir geholfen, zu akzeptieren, dass ich nicht so schnell aus der Nummer rauskommen werde. Und mit dieser Einsicht kann ich endlich den Gedanken abstellen, dass ich das Debakel in absehbarer Zeit gut machen könne, wenn ich nur endlich mal aufs richtige Pferd setzen würde.
Es mag ja sein, dass das Outsourcing der Verluste in einem Schrottdepot für eine gewisse Beruhigung gesorgt hat, nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“. Letztendlich war es jedoch Selbstbetrug. Ein Selbstbetrug, der mich dahin führte, mehrmals in neuen Depot neu anzufangen, in der Hoffnung, diesmal alles besser zu machen, endlich erfolgreich zu sein. Was unter dem Strich leider zu neuen Buchverlusten geführt hat.
Depotwechsel sind eine zähe Angelegenheit. Es können Wochen vergehen bis die Aktien von einem Broker zu einem anderen übertragen sind. Deshalb habe ich ein Musterdepot angelegt, um vorab eine authentische Übersicht zu bekommen.
Kein einziger Wert befindet sich aktuell im Plus. Was fairerweise auch daran liegt, dass ich die Aktien, die Ende Mai/Anfang Juni Gewinne ausgewiesen haben, sukzessive verkauft habe. Für den Moment erweist sich das sogar als gute Entscheidung, da die Erträge inzwischen dahin geschmolzen und Aktien wie Merck oder Hexagon, sogar ins Minus gedreht wären.
Und da ist sie nun, die traurige Wahrheit am 16. Juli 2024, 16:00 Uhr.

Zur Wahrheit gehört natürlich noch der Verlusttopf, der sich insgesamt auf round about 2.500€ beläuft. Geld, das definitiv weg ist. Buchverluste implizieren wenigstens die Hoffnung, dass eines Tages doch noch alles gut wird. Bei der Mehrzahl meines Dutzends glaube ich sogar fest daran. Ich sag‘ nur: Porsche.
Separat halte ich weiterhin meine Sparplan-Aktien. Im Scalable-Depot liegen Aixtron, Tesla, Intel, LVMH und Bayer. Es sieht dort momentan gut aus, ziemlich grün. Wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich die Farbe ändert. Rund 4.000€ sind investiert (aktuell 10% im Plus) und die Investitionen werden häppchenweise weitergehen. Das Format des Abo-Investierens scheint für mich gut geeignet. Schwankungen lassen mich erstaunlich kalt. Und es gelingt mir, bei einem Plus nicht sofort über Verkauf nachzudenken. Ich kann die lange Sicht zulassen und die Aktien laufen lassen. Eine gute Übung!