Tech am Peak. Me too.

Der letzte Handelstag des ersten Halbjahrs 2024 verlief recht unspektakulär. Ganz anders jedoch für mich persönlich. Da brachte er im Bezug auf meinen mentalen Borderline-Börsen-Index ein neues All-Time-High hervor.

Morgens gegen 8:15 kaufte ich 15 x Airbus à 132,00€ aus dem Impuls heraus. Die Idee war mir über Nacht gekommen basierend auf dem Gedanken, dass die Marktreaktion am Vortag aufgrund einer Gewinnwarnung wahrscheinlich übertrieben sei und die Aktie sich vermutlich schnell erholen würde. Wahrscheinlich. Vermutlich. Das Übliche, was das Dumme Geld sich bei solchen Vorhaben zusammenreimt. Ich investierte also rund 2.000€ vorbörslich, beiläufig, während ich mir in der Firmenküche einen Kaffee zog. Und das, obwohl ich mir seit Wochen selbst rate, vorerst keine neuen Aktien, egal welche und aus welchen Gründen, ins Depot zu legen.

Direkt beim Ausführen der Order, als ich den Kauf per Freigabe App bestätigte, fühlte ich mich schlecht. Noch schlechter fühlte ich mich, während ich anschließend in Echtzeit dem Kurs beim Fallen zusah. Was hast du getan, fragte ich mich, ohne Sinn und Verstand, gegen jegliche Vorsätze. Eine gute Stunde später ging ich mir selbst so sehr auf die Nerven, dass ich die gesamte Position mit einem Verlust von rund 35€ wieder verkaufte. Ich war sauer und außer mir, vor allem: wegen mir. Warum konnte ich die Finger nicht von der Ordermaske lassen?

Und dann, nach Feierabend, als ich zu Hause mein MacBook hochgefahren hatte, geschah etwas, das mir alles andere als zufällig erschien, sondern wie ein Wink aus dem Universum. In meinem Blog hatte jemand namens „Anonymos“ einen Kommentar zu meinen Beitrag „Börsenbedinge Belastungsstörung“ hinterlassen, der gleichzeitig als Erklärung für das vormittags Geschehene gelesen werden kann:

„Sorry, das so klar zu sagen: Aber du scheint mir süchtig zu sein und (in Folge dessen?) gerade emotional instabil. In diesem Zustand trifft man keine guten Entscheidungen. Pause ist wohl das einzige Sinnvolle. Und eine Lehre aus deinen Fehlern zu ziehen. Weg von den Nuckelbuden, hin zu stabilen Unternehmen, die wirklich Gewinne erwirtschaften. Und evtl. auch einfach weg von Einzelwerten und hin zu ETFs, oder was ich bevorzugen würde: Berkshire.“
Noch als Disclaimer: ALLE machen Fehler, vor allem am Anfang. Also kein Grund, auf dich einzuprügeln. Daraus lernen und zukünftig die Dinge anders machen.“

Wow. Wahnsinn. So ein Kommentar, ausgerechnet heute.

Eine Analyse in zwei Sätzen, versehen mit Hinweisen aus der Situation herauszukommen. Es ist ja nicht so, dass ich mir diese Gedanken nicht selbst schon gemacht hätte. Doch nun kommen sie von einer unbekannten Person, quasi aus dem Nichts. Irgendwie übersinnlich. So als würde ein guter Geist zu mir sprechen. Zwei Ereignisse, der Airbus-Wahnsinn am Morgen und eine Stimme aus dem Off ergänzen sich in eindrucksvoller Weise. Sie deuten in dieselbe Richtung, nämlich: dass ich, um es drastisch zu sagen: einen Entzug brauche

Now is the time.

Genau jetzt, in einem Moment, in dem die Verzweiflung groß genug ist, um mir nicht weiter selbst vorzumachen, dass meine Börsenaktivitäten sich in einem normalen Rahmen bewegen.

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