Gestern, am Feiertag, der an der Börse keiner war, kam mir mit Blick auf die steigenden Xiaomi-Kurse plötzlich eine Idee… Wieso nicht für die bei Varta geretteten 300€ Xiaomi kaufen und aus den „Magnififuck 7“ die „Hopeful 8“ machen? Möglich, dass sich der Aktienwert des chinesischen Tech-Riesen innerhalb der nächsten Jahre vervielfacht, während andere wie Apple zurückfallen. Eine Umwidmung von Schrott zu Hope wäre für das Karma des Depots auch nicht das Schlechteste.
Vergangene Woche spielte ich mit dem Gedanken, PayPal zu verkaufen, um meinen bislang noch vorhandenen Einsatz von 1.000€ lieber in Xylem zu investieren, dem einzigen Wert im Schrottdepot, der eine positive, ja sogar sehr positive Entwicklung zeigt, plus 30% aktuell. Wobei sich dabei natürlich die Frage nach dem „Wie lange noch…“ stellt.
Vielleicht sollte ich sogar beide Ideen verbinden. PayPal verkaufen und die 1.000€ plus die 300€, die von Varta übrig sind, sprich 1.300€ komplett in Xiaomi stecken.
Oder ich könnte, wie letzte Woche ebenfalls überlegt, mit den 300€ rund 150 Anteile der völlig heruntergekommenen SunPower kaufen, die dann im Falle einer Erholung einen echten Boost-Effekt hätten. Aktuell scheint es so, als würden Aktien im Sektor Nachhaltige Energien wieder anspringen. Meine Mini-Position im Clean Energy-ETF erholt sich jedenfalls kräftig. Windkraft wird momentan Leben eingehaucht, siehe Siemens Energy, was Solar mitziehen könnte.
Eine weitere Möglichkeit für die 300-Varta-Euro (oder in der Kombi mit den 1.000-Pay-Pal-Euro) wäre eine Aufstockung bei Tomra. Recycling, wenn auch gerade unbeliebt, ist ein Schlüsselthema, besonders in der Zunkunft, und das norwegische Unternehmen ein Big Player.
Anhand dieser Überlegungen wird eines wieder einmal klar: Börse ist f****** komplex.
Jede Entscheidung, und sei es „nur“ die Ausgabe von 300€, ist in unzähligen Varianten denkbar, was mich wirklich verrückt macht. Momentan bemerke ich, nicht nur an diesem Beispiel, dass ich viel zu viel über Investitionsmöglichkeiten nachdenke, mehr Zeit investiere als nötig wäre.
Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass der gewinnbringendste Trade für mich derzeit weiterhin in der Zurückhaltung liegt. Der Markt, der in meinen Augen nicht das unfehlbare Superbrain ist, für dass er gehalten wird, ist völlig verwirrt und weiß nicht, wohin die Reise gehen soll. Ich erst recht nicht. Also halte ich mich weiter an mein Mantra: Ich verpasse momentan nichts.