Ich habe VARTA gekickt.
Nachdem die Aktie (die in Bestzeiten mal 130€ gekostet hat und die ich im Krisenjahr 2022 bei um die 33€ eingesammelt hatte) ewige Zeiten lang in meinem Depot bei um die -50% vor sich hin gedümpelt war, und sie nun erneut um 30% abgerauscht ist, konnte ich heute nicht mehr. Die Aktie fühlte sich für mich plötzlich wie ein Tumor ein, den ich los werden musste. Sofort und ein für alle Mal. 700 Euro Verlust als Rezeptgebühr für mentale Gesundheit. Das ist es mir wert.
Mehrfach hatte ich schon überlegt, mich von den Papieren zu trennen, was jedoch im direkten Konflikt zu einem Vorsatz stand, den ich vor einigen Monaten gefasst habe, nämlich: in meinem Schrottdepot, das anfangs mal ein „Tech-Labor“ gewesen war, NICHTS (aber auch gar nichts) mehr zu ändern, sondern es einfach liegen zu lassen, wenn es sein müsse für Jahre, bis es sich irgendwie von selbst ausgleichen würde. Rund 10.000 Euro sind darin investiert, die aktuell nur die Hälfte Wert sind. Jetzt sind es noch 9.000 und ein Verlusttopf, der nun 1800€ groß ist. Immerhin 300€ habe ich aus VARTA behalten und denke, die gehen vielleicht in 5 x PayPal. Oder lieber Tomra… Mal sehen.
Es ist eine nicht vollends abwegige Hoffnung, dass sich im Schrottdepot irgendwann alles zumindest(!) (wenigstens halbwegs) ausgleichen könnte. Und deshalb möchte ich dem Grundgedanken zwar weiter folgen, aber eben ohne VARTA. Denn das Management dieses Unternehmens scheint überhaupt nichts auf die Reihe zu bekommen, nicht einmal mit Support von Geldgebern, die dem Ganzen vor Monaten noch eine Chance gaben. Irgendwann wird denen wahrscheinlich auch die Geduld ausgehen. Mir jedenfalls reicht es mit diesen nicht endenden Schreckensmeldungen, die das Unternehmen selbst produziert.
So wie ich die FMC Corp. vor einigen Wochen rauswarf, wegen deren ebenfalls regelmäßig wiederkehrenden Abstürzen im zweistelligen Bereich. Auch bei diesem Unternehmen riss mir eines Tages der Geduldsfaden. Wie bei Varta, ein Abschied mit Verlust, der jedoch befreit. Und das, egal, wie sich die Aktie weiter entwickelt und ob sich das Realisieren der Buchverluste später als Fehler erweist. Machmal muss ein Wert weg, egal wie das ausgeht.
Mein Schrottdepot ist voll von Kandidaten, die aktuell nur von der Spekulation leben, dass sich wenigstens die Hälfte erholen möge. Sie leben von Hoffnung und Geduld. Und ich habe beides nur in Maßen. Wie VARTA zeigt, gibt es trotz des Vorsatzes zum Durchhalten einen Punkt, an dem ich jegliches Vertrauen verliere und das Trauerspiel schlicht und einfach nicht mehr sehen will, egal, was es kostet. Nennen wir es Depothygiene.
Das Schrottdepot habe ich erst kürzlich übrigens zur DKB verbannt, vormals war es bei smartbroker, den ich gekündigt habe. Obwohl ich die Deutsche Kreditbank mag: das Webdesign des Depots dort ist genauso schrottig wie der Großteil der Werte, die dort weiter vor sich hindümpeln können. Magnifi-fuck statt Magnificent.
Da waren’s nur noch sieben…

Boah – wie kommt man als relativer Anfänger auf solch eine Depotstruktur, auf diese Einzelwerte? Zu viele „Maydorns“ gesehen?
Mein ich aber nicht bös, ich fühle mit. Aber so geht das nicht.
Liebe Grüße Volkmar
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🙂 Ganz genau, lieber Volkmar, und vielen Dank für den Kommentar. So geht das nicht! Das stimmt. Und es stimmt auch, dass Alfred Maydorn (Toxiest Man in Stock Town) erheblichen Einfluss hatte, was Varta und SunPower angeht. Es handelt sich bei dem abgebildeten Portfolio auch „nur“ um mein Schrottdepot. Dort habe ich durch Umzüge von verschiedenen Brokern den ganzen MIst (zumindest aktuell, ausgenommen Xylem) zusammengekehrt, auch, um mir das nicht tagtäglich ansehen zu müssen. Die Hoffnung ist, es möge sich irgendwann gegenseitig ausgleichen. Insgesamt bin ich schon viel besser geworden, vor allem im Laufe diesen Jahres… Allerdings hat mich die Motivation zum Weiterbloggen aktuell verlassen. Vielleicht kommt’s wieder.
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