Halten wollte ich. Am besten für immer.
Zwei Jahre lang hat mich mein Bitcoin-Engagement in Höhe von 1.500 massenhaft Nerven gekostet. Gekauft in kleinen Häppchen im ersten Quartal 2022, in Form von ETP-Anteilen bei Scalable, war ich mit der Position zeitweise bis zu 70% im Keller. Die Befürchtung, dass die Kryptowährung am Ende doch für Null und Nichtig erklärt werden würde, schob ich stets von mir und doch kam ab und an kam die Angst vor einem Totalverlust hoch. Aufgrund dessen traute ich mich dann leider nicht, im Sommer 2023 bei 16.000 Euro nachzukaufen, obwohl ich mit dem Gedanken gespielt hatte.
Anyway, ich hielt. Und hielt. Sogar als der Bitcoin in den grünen Bereich wanderte, hielt ich meine 0,0475 Anteile weiter. Das ist deshalb erwähnenswert, weil ich Angst-Positionen dieser Art vormals regelmäßig rausgeschmissen habe, sobald sie im neutralen Bereich waren, nur um sie nach all der Panik und Nervtöterei endlich los zu sein.
Bei Coinbase war dies keine gute Entscheidung. Nachdem die Aktie, in die ich nach mehreren Nachkäufen insgesamt mit 2.000€ und einem Durchschnittspreis von 80€ pro Stück investiert war, kickte ich sie sofort, nachdem sie aus dem Allzeit-Tief von 30€ endlich wieder bei meinem Einstandspreis angekommen war. Total erleichtert war ich damals. Das Ende der Geschichte ist, dass sich der Wert seitdem verdreifacht hat und meine 2.000€ inzwischen 6.000€ wert gewesen wären. Aufgrund des Coinbase-Fehlers gelang mir das Durchhalten beim Bitcoin.
Jedenfalls solange, bis er bei 70.000-Dollar-Marke geknackt hatte und bei mir ein Gewinn von aufgerundet 1.500€ zu Buche stand. Keine Verdreifachung wie bei Coinbase, aber eine Verdopplung. Verlockend. Ich zögerte eine Weile, mehrere Tage, es ging in kleinen Schritten weg vom Hoch und schließlich löste ich die Verkaufsorder aus. Wenn Kryptos länger als ein Jahr gehalten werden, und das hatte ich, fällt beim Verkauf keine Steuer an. Von dem Geld kann ich mir ein Auto leisten. Ich hätte es nicht ertragen, den Gewinn wieder zu verlieren.
Am 18.03. verkaufte ich, mit dem festen Vorsatz, Bitcoin wieder zu kaufen, in Tranchen und die Anteile erneut ein Jahr zu halten, mindestens. 0,0475 BTC bei einem Kurs von 61.488,89 nach Abzug eines „Crypto-Spread-Aufschlags“ (was immer das ist) von rund 30€ = 2.918,00€
Inzwischen habe ich bereits 500€ re-investiert. Diesmal bei Finanzen.netZERO, wo man nicht über ein ETP-Vehikel investiert, sondern über die Krytobörse Tangany, bei der ein persönliches Wallet eingerichtet wird, in dem die Anteile liegen, während beim ETP Schuldverschreibungen auf den Bitcoin gekauft werden. Beide Varianten sind mit „Physical Bitcoin“ hinterlegt. Jede hat Vor- und Nachteile. Umfassend verstehe ich das alles es nicht. Aber ich verstehe den Bitcoin ja auch nicht. Und trotzdem gebe ich Geld um es in Komma-Anteile der geheimnisvollen Währung zu tauschen. Es ist eine abenteuerliche Art Geld anzulegen, das gebe ich gerne zu. Irgendwie will ich dabei sein.