Ein Wochenende und Dutzende Börsen-Podcasts und Online-Artikel später bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich meine Zweifel aufgeben sollte. Der Markt will nach oben. Und ich will dabei sein. Aktien kaufen, jetzt, trotz allem, wegen allem. Steigende Kurse sind und bleiben das Grundrauschen im Glaskugelparadies der Böresenexperten. Ich kann mich dem nicht mehr erwehren. Die Bereitschaft, mich in den Markt hinein zu begeben, ist erwacht. Denn wenn wir nach den verrückten Jahren 2022 und 2023 tatsächlich am Beginn eines neuen Bullenmarktes im Goldilock Scenario stehen, möchte ich dabei sein, verspätet, aber nicht zu spät.
Die Finger kribbeln.
Das Gefühl ist stark, ich will rein in den Markt.
Doch… Gehe ich nochmal einen Schritt zurück, schaue auf mich selbst, so muss ich erkennen, dass ich dieses starke Gefühl durchaus als weiteres Warnzeichen deuten könnte. Denn soweit ich zurückblicke, wurde die Bereitschaft in einer solchen Marktphase einzulenken, getrieben von Opportunismus, der nicht aus dem Herzen kommt, sondern mitten aus dem FOMO-Zentrum, bereits mehrmals abgestraft.
Deshalb muss ich mich ernsthaft fragen: Ist mein derzeitiges Gefühl, jetzt handeln zu müssen, um die Rally nicht endgültig zu verpassen – obendrauf begleitet durch die Tatsache, dass mein Freund nun bereits die zweite spontane Aktienidee in die Tat umgesetzt hat – nicht der definitive Wink mit dem Zaunpfahl?!!!! Hey, dummes Geld, du kennst diese Momente, sei diesmal smart und halte dich zurück. Es wird zwar noch getanzt, aber die Getränke sind leer und die Party bald vorbei.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch.
Und doch, und doch, könnte es diesmal, ja diesmal, anders sein…
From disco to disco oder from Bull Case to Bärenfalle. Am heutigen Montag wird es definitiv keine Antworten geben. Die Wall Street ist verrammelt wegen des Feiertags. Aber was ist der President’s Day schon gegen Übermorgen, wenn NVIDIA Quartalszahlen meldet. Die Analysten halten das Konfetti schon bereit. Doch wird der KI-Turbo-Profiteur sie auch abbekommen?!