Kein Vertrauen, nicht einen Funken. Das ist die Wahrheit. Und solange das so ist, darf (will, sollte) ich meine Zeit, meine Nerven, meine Energie, mein Geld nicht mehr an der Börse verpulvern. Auch wenn das bedeutet, dass ich mich zum Loslassen regelrecht zwingen muss.
Tief in Innersten traue ich keiner Aufwärtstendenz.
Tief im Innersten sehne ich mich weiterhin nach einem Absturz.
Es darf gerne ein richtig heftiger Crash sein, auf den folgend es dann nachvollziehbar und solide ganz allmählich wieder nach oben geht. In einer gesunden Bewegung. Und nicht in diesem kranken Swinger-Club-Style ewig so weiter.
Es gab einen Trend nach unten in der zweiten Augusthälfte und einen heftigen Ausschlag um den 23. August herum. Den Grund habe ich schon wieder vergessen. Irgendwas mit Zinsen, irgendwas mit FED, irgendwas mit China. Irgendwas ist immer. Mal reagiert die Börse darauf, ein anderes Mal nicht, manchmal ist es übertrieben, machmal wiederum ist es nicht nachvollziehbar, warum es keine Erschütterung aufgrund der schlechten Nachrichten gibt.
So ging es wieder hin und her. Hüh und Hott. Und, dann, na ja, was sonst: habe ich in der Phase der fallenden Kurse meine China-Danaher-Paypal-Wette, deren Ziel (und Learning) eigentlich „stoisches Halten“ sein sollte, doch aufgelöst. Am Freitag, den 18.8. hat es mir gereicht. Da war mal wieder dieses Gefühl: Fuck that shit nix wie raus hier.
Allerdings bin ich die Wette nur zu zwei Dritteln los. Danaher ist weg und der China-ETF auch, ohne Verlust, ohne Gewinn. Darin bin ich gut, Aktienpostionen gegeneinander gerechnet neutral zu verkaufen. PayPal habe ich mit 12% Minus und der Hoffnung auf Besserung behalten. Das kann ich nämlich genauso gut: auf Verlusten, die nicht ausgleichbar sind, sitzen bleiben. Siehe Fanuc, siehe Nike, siehe und so weiter. Aktuell ist PayPal nur noch 9% im Minus. Denn seit Freitag geht es wieder bergauf. Gestern und heute sogar stramm. Danaher steigt (natürlich) weiter. Ich versuche die Aktie nicht zu stalken. Bei China vermutlich dasselbe. Ich verbiete mir, es zu verfolgen. Ich suche Abstand…
Denn nach den letzten Kauf- und Verkauf-Aktien im Juli und August ist mir noch einmal mehr und diesmal hoffentlich nachhaltig klar geworden:
Solange mir jegliches Vertrauen in den Aktienmarkt fehlt, solange ich also insgeheim nicht daran glaube, dass wir in diesem Jahr überhaupt irgendwann am Anfang einer nachhaltigen Erholung und Aufwärtsbewegung stehen könnten, wird es mir nicht gelingen Aktien zu halten. Ich werde immer wieder verkaufen, wenn es nach unten geht, trotz aller guter Vorsätze und geheuchelten Vertrauens. Ich werde kein Tief nur als vorübergehend ansehen und gut aushalten können. Jede neue Aktie, die ich JETZT kaufe, werde in einer Abwärtsschleife wieder raushauen. Also kann ich es gleich lassen. Besser, ich gebe bis auf weiteres erstmal auf.
Aktien-Kauf-Verbot, jetzt!
Der tägliche Börsen-Speach macht mich momentan ohnehin eher aggressiv als dass er mich bereichern würde. Manchmal möchte ich nur noch schreien, wenn in einem Podcast eine riesige Sensation daraus gemacht, dass eine Aktie an einem Tag 12% gestiegen ist, dabei aber verschwiegen wird, dass sie nach diesem Anstieg immer noch 50% weniger Wert ist als ich und viele andere vor einem Jahr dafür bezahlt haben. Ist doch völlig absurd! Und wenn ich zum tausendsten Mal höre: „Die WKN packen wir euch in die Show Notes“, obwohl jedes Mal behauptet wird, es handele sich keinesfalls um Anlage-Empfehlungen, könnte ich nur noch kotzen.