Womöglich sollte ich umdenken, aber ich kann nicht. Das Misstrauen ist unüberwindbar. Ich weiß, dass das kindisch ist, aber ich fühle mich vom Markt verraten, denke mir oft, ich brauche erstmal ein Zeichen von ihm, dass er es auch gut mit mir meinen kann, bevor ich weiter mache.
Die Frage, ob die Börse 2023 einen nochmaligen Absturz erleidet, wird momentan verneint, zwar nicht von allen „Experten“ und „Marktbeobachtern“, aber doch von einer Mehrheit, die zunehmend bullish geworden ist in den vergangenen Wochen. Und noch wichtiger: „der Markt“ glaubt an keinen Absturz mehr, erhebt sich über sämtliche Risiken, ist bullish und positiv, vor allem, was Tech betrifft, angetrieben von KI. Außerdem boomt alles, was mit der Anti-Fett-Spritze zu tun hat. Und angeblich hat er ja immer recht, der Markt, das Superbrain. Der Markt steigt, weil er steigt. Immer mehr Anleger schließen sich dem an.
Ich könnte mitmachen, hätte ich nicht eine Höllenangst, dass, in dem Moment, in dem ICH das tue, der Peak erreicht ist, mal wieder, und ich dann, wie so oft, verspätet doch noch zugreife, zu Höchstkursen, die bald keine mehr sind.
Der Markt hat solange recht, bis er nicht mehr recht hat. Und dann ändern sich die Dinge auch wieder, meist erst schleichend, so dass man es nicht mitbekommt und dann in rasendem Tempo. Na klar, hätte es in den vergangenen Monaten gute Einstiegschancen gegeben…. Blackrock bei 370, L’Oreal unter 400, nur kann ich mich nicht von der Befürchtung befreien, dass es L’Oreal in diesem Jahr auch wieder für 300 oder wenigstens 350 zu haben sein könnte und ich, wenn ich jetzt kaufe, früher oder später wieder auf Verlusten hänge.