Bärenstarke Arbeitsmarktdaten aus den USA, Zinssorgen all over the place – und endlich ist mal wieder richtig Krach angesagt. Die Renditen für US-Staatsanleihen schießen durch die Decke, die Volatilität erwacht aus dem Tiefschlaf. Es ist richtig was los. Und das, schon eine Stunde bevor die Wall Street eröffnet.
Natürlich sausen meine Depots analog abwärts, die Buchverluste steigen wieder. Da ich kaum eine Aktie im Plus besitze, nicht einmal von denen, die ich gerade erst gekauft habe, wird das Rot röter und röter Die wenigen und sehr übersichtlichen Gewinne, die ich bei Daimler Trucks, Berkshire Hathaway, Xylem und dem iShares S&P500 Technology ETF habe, schrumpfen. Sie haben jedoch nicht das Zeug, mich aus der Bahn zu werfen. Noch sind sie grün. Noch.
Während ich in der Vergangenheit in solchen Situationen häufig vollends aufgelöst war und das, was noch zu retten war, rettete, reagiere ich diesmal für mich selbst überraschend gelassen. Es gab Momente, in denen Kursstürzen starke körperliche Reaktionen auslösten. Hoher Puls, Magendruck, Übelkeit bis hin zum Gefühl, mich erbrechen zu müssen. Das klingt maßlos übertrieben, aber, wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass es leider so war.
Woher also nun diese Unaufgeregtheit?
Es ist diesmal keine Scheiß-egal-Haltung oder beleidigte Anti-Reaktion nach dem Motto: „Wenn die Börse mich nicht lieb hat, dann kann sie mich mal.“, sondern wie der unbeteiligte Blick auf ein Ereignis, dass ich ohnehin erwartet hatte. Ein positiver Faktor ist sicherlich, dass ich mich mit den Werten in meinem Portfolio wohl fühle. Ein unschätzbare seelischer Vorteil.
Mal sehen, was passiert, wenn die Amerikaner einsteigen. Entweder die sauen den Markt weiter runter oder sie stopfen sich im Ausverkauf so richtig schön die Taschen voll. Und selbst das ist mir egal.