Am Freitag hat sich Markus Koch für vierzehn Tage in den Urlaub verabschiedet. Ich schließe mich ihm an. Meine Börsenmotivation hat sich in der vergangenen Woche dem Nullpunkt genähert. Wieder einmal war die Schwäche, in die hinein ich meine Aktien hinein verkauft habe, keine Trendwende, sondern doch bloß eine Korrektur. Mut zum Wiedereinstieg ist derzeit nicht vorhanden. Allerdings sehe ich aktuell auch keine Veranlassung. Denn, unabhängig von Spekulationen, ob der Markt weiter steigt oder ein Absturz bevorsteht, bin ich von einem Aspekt absolut überzeugt: das zweite Halbjahr wird bessere Möglichkeiten zum (Wieder-) Einstieg bieten. Momentan ist die Stimmung derartig aufgeheizt, von „Extrem Greed“ getrieben, dass mir meine bescheidenen achtzehn Monate Börsenerfahrung ausreichen, um zu ahnen, dass Abkühlung in Q3+Q4, vermutlich sogar mehrmals, wahrscheinlich ist.
Eine entspannte Haltung gelingt mir auch, weil die Aktien, die sich jetzt noch in meinen Depots befinden, mir keine Schmerzen mehr verursachen. Ich habe verkauft, was ich loswerden konnte – oder loswerden wollte, nachdem ich mir eingestanden habe, dass sie gar nicht wirklich haben möchte. Unilever, Traktor Supply, BMW, Deutsche Börse und wie sie alle heißen. Die KI-ETFs habe ich ebenfalls verkauft, mit Gewinn, aus Angst sie würden fallen. Was unnötig war. Oder auch nicht. Denn im Ergebnis befinde ich mich mit meinem Portfolio nun in einem Anti-Fear-Modus. Die Aktien, die übrig sind, fügen mir kein Leid zu. Ich habe Frieden mit ihnen geschlossen. Ich kann es aushalten, sie zu halten.
Den aktuellen Stand habe ich in der Rubrik Depotstatus aufgelistet.
Immerhin habe ich im ersten Halbjahr einen kleinen Sieg davon getragen: Mein Verlusttopf hat sich um rund 1.300 Euro verringert. Darüber hinaus habe ich Dividenden erhalten und auf dem Trade Republic-Verrechnungskonto sind Zinsen gutgeschrieben bekommen. Ich habe mir 500 Euro selbst ausgezahlt, die ich als Budget für eine neue Brille verwende. Das ist doch mal was!