So sicher sich zum Jahresbeginn zahlreiche Experten waren, das Anlass zur Vorsicht bestehe, und sich die Tiefs vom Oktober 2021 wahrscheinlich wiederholen würden, so sicher wird inzwischen mehrheitlich die Aussicht gehandelt, dass es von dem inzwischen irrationalen Hoch immer noch weiter bergauf ginge. Tja.
Alle reden vom Momentum, dem sich Anleger nicht entgegenstellen sollten, und vom Markt, der immer Recht hat. Der rechthabende Markt glaubt nicht an weitere Zinserhöhungen, nein, er glaubt sogar an fallende Zinsen noch in diesem Jahr, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Wird die Rechthaberei sich bewahrheiten? Ich wage es zu bezweifeln.
In mir kommt der Gedanke auf, dass die Vorwürfe, die in den letzten Wochen und Monaten den Bären galten, sie würden nur noch aus Sturheit auf ihre Meinung beharren, bald den Bullen zuteil werden könnten. Womöglich sind es nun umgekehrt sie, die vor lauter wildem Getrampel nicht mehr mitkriegen, dass das Parkett nach wie vor ein Minenfeld ist. Bis eine Bombe hochgeht.
Und was mache ich daraus? Die Antwort lautet: NICHTS. Mir ist die Lust auf Aktienkäufe vergangen. Und ich will mir die steigenden Kursverläufe nicht mehr mit ansehen. Es frustriert mich zugegebenermaßen, wie viel Gewinn möglich gewesen wäre, der mir durch verfrühte Verkäufe entgangen ist, alleine bei Tesla über 2.000 Euro. Gleichzeitig weiß ich, dass es mir durch mein defensiv-ängstliches Agieren immerhin erspart geblieben ist, auf neuen Buchverlusten zu sitzen. Nichts zu verlieren ging vor.