Outsmart myself.

Sonntag. Ruhetag. In meinem Kopf natürlich nicht. Da ist die Börse an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden geöffnet. Zumindest fühlt es sich so an: Always on.

Das muss sich ändern, ich weiß. Meine neueste Idee, ohne Garantie auf Umsetzbarkeit und Halbwertzeit: Mich selbst überlisten. Oder auch: Outsmart myself. Dass auf Englisch der Begriff „smart“ auftaucht, gefällt mir, zumal ich das bei der deutschen Wortkreation gar nicht im Sinn hatte. Ich, das Dumme Geld, goes Smart, wenn auch nur Outsmart. I like it.

Wie soll das funktionieren? Ich muss einen Status schaffen, der Ruhe einkehren lässt, der keine permanente Betrachtung provoziert. Ich brauche einen Status zum Loslassen, einen Status-Quo für die kommenden Wochen oder Monate oder noch besser bis zum Ende des Jahres. In zwei Depots ist mir das ja schon gelungen.

Beispiel 1 (smartbroker): Das Techlabor, auch als Schrottdepot bekannt. Dort sind die Glücksritter von gestern nach Depotüberträgen von anderen Brokern mittlerweile in einem Pool versammelt: Curevac, Fiverr, Hello Fresh, Varta, Sunpower und nicht zu vergessen die bereits kalte Leiche namens Atmofizer. Kaufwert waren 8.000 Euro. Ich habe das Depot mit zwei neuen Hoffnungsträgern angereichert, Tomra und Xylem, so die 10.000 voll gemacht und seitdem ist der Deckel drauf. Die Hoffnung ist, dass sich die Werte eines Tages zumindest gegenseitig neutralisieren und der Verlust von derzeit 45%, sprich 4.500 Euro sich ausgleicht.

Beispiel 2 (S Broker): Die Ursuppe, von mir auch als Buy & Hold-Depot deklariert. Dort liegen Aktien (7.000) und ETFs (20.000) der ersten Stunde. Insgesamt hatte ich dort einmal 65.000 Euro investiert. In den verschiedenen Abschwüngen habe ich etappenweise die Hälfte des Kapitals ans „sichere Ufer“ gebracht, ohne große Verluste zu erleiden. Im Nachhinein hätte ich das besser gelassen. Aktien wie L’Oreal, SAP oder der Halbleiter-ETF hätten inzwischen eine schöne Erholung hinter sich. Aber na ja, die Lage war 2022 und auch 2023 (Bankenbeben) oft genug unvorhersehbar, es hätte gut und gerne richtig bergab gehen können – und nun ist es, wie es ist. Ich habe Verluste realisiert, wo heute Gewinne stehen würden, aber wenigstens sind die Verluste überschaubar. Mein Plan für das Depot ist mit Zukäufen bei Daimler Trucks und Carl Zeiss à je 500€ (die bereits beim finanzen.netZERO liegen) und einem Re-Invest in Merck (2000€) das Depot auf 30.000 zu runden und dann ruhen zu lassen.

Die Finger lassen könnte ich, glaube ich, auch vom Scalable Depot. Dort liegen 15 Berkshire Hathaway Aktien im Wert von 6.100€ und 1.500€ in Bitcoin, außerdem eine kleine Position im iShares MSCI World (bislang 350€), eine Art Sammeltopf für Dividendengewinne.

Zusammengenommen sind das rund 48.000 Euro.

Nach der Aktion „9.000 in 60 Minuten“ steht der Free Cash auf den Verrechnungskonten aktuell bei rund 7.000€. Würde ich diese Summe noch investieren und mir verbieten an die 30.000 Dry Powder-Reserve zu gehen, die mit 2% verzinst bei Trade Republic liegen, könnte ich mich selbst zur Ruhe zwingen. Outsmart myself accomplished.

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