Seit gestern gibt’s eine Abwärts-Tendenz. Sofort habe ich Angst. Wie oft habe ich das schon erlebt, auf einmal ist da der Punkt, an dem man den Ausstieg verpasst. Obwohl sich die Lage nach dem Bankenbeben stabilisiert hat, bin ich sofort in Alarmstellung, wenn es zwei Tage nacheinander runtergeht. Deshalb entscheide ich mich, Gewinne mitzunehmen. Ich verkaufe zwar nicht mehr am vorgestrigen Hoch, aber immer noch gut im Plus. Ich will nicht riskieren, wieder einmal dabei zusehen zu müssen, wie sich meine Gewinne in Luft auflösen. Rund 300 Euro mache ich gut, immerhin. Und darüberhinaus habe ich mein Kapital aus dem Markt „gerettet“. Was mir ein großes Bedürfnis ist, immer und immer wieder. Obwohl ich mit dieser angstgetriebenen „Strategie“ wahrscheinlich dauerhaft im Klein-Klein kleben bleiben werde. Nach solchen Verkaufen fühle ich mich wohl, wenigstens für den kurzen Moment, erst recht, wenn es anschließend noch weiter runter geht. Das Erfolgserlebnis ist rückblickend selten von Dauer uns schlägt bei wieder anziehenden Kursen ins Gegenteil um. Egal, jetzt ist es so und 300 Euro sind 300 Euro, für mich ein Brutto-Wochenverdienst. Das ist ja das Verrückteste an meinem Börsenalltag, dass er beim Umgang mit Geld mit meinem echten Leben nicht das Geringste zu tun hat, sogar in einem Unverhältnis steht, wie es krasser kaum möglich wäre.