Sleepy Germany. Black Box Wall Street.

Erster Mai, Tag der Arbeit und wir in Germany haben frei. Nicht so die Wall Street. Das sind so Tage, an denen man zum Aussetzen verdammt ist, während die Welt alleine weiterspielt. Morgen dann die Überraschung. Ich hoffe, keine böse.

Das verlängerte Wochenende habe ich – ganz im Sinne von André Kostolany – viel über Geld nachgedacht. Über mein Verhältnis zum Geld, über meine Motivation, es anzulegen und über Wege, wie ich dies (trotz der bislang wenig erfolgreichen Unternehmungen) zukünftig weiter tun werde. Gepaart mit meiner vergangene Woche gewonnen Erkenntnis: Nichts ist in Stein gemeißelt. Solange ich noch kein Konzept habe, werde ich akzeptieren, dass ich die Art und Weise erst noch finden muss, mit allen Fails, die damit womöglich noch verbunden sind. Letzterer Gedanke ist für mich eine wahre Erleichterung. Der Prozess wird das Ergebnis bringen. Eine positive Entwicklung ist, dass mein Zutrauen in mich selbst zurückgekehrt ist. Nachdem ich mir vollends abgesprochen hatte, an der Börse jemals etwas Positives erreichen zu können, sage ich mir nun: Warum sollte es mir denn nicht gelingen?!

Gestern habe ich mich nochmals intensiv mit Anleihen beschäftigt und endlich sind ein paar Knoten geplatzt. Ich erwäge, kommende Woche kleinere Summen in Unternehmensanleihen kürzerer Laufzeit zu investieren, im Sinne eines Live-Learning, ob sich diese Anlageklasse praktisch so verhält wie ich sie nun theoretisch verstanden zu haben glaube. Mir schwebt ein Versuch mit BMW Finance, Südzucker und Sowitec vor. Die beiden ersten sind bekannt. Sowitec ist ein deutscher Solar- und Windkraftentwickler, der hohe Zinsen zahlt und ein entsprechendes Risiko birgt.

Vergangene Woche habe ich mich neben Xylem und Fanuc noch weiter rausgetraut und Activision Blizzard gekauft, die nach der vorerst gestoppten Microsoft-Übernahme über 10% gefallen waren, obwohl das Unternehmen genauso gut oder sogar besser dasteht als vor dem angekündigten Deal. Ich denke dabei eher an ein kurz- bis mittelfristiges Engagement.

Insgesamt bleibe ich skeptisch, so wie der Hamburger Fondmanager Jens Ehrhardt, der in einem Podcast neulich sagte: „Es bleibt schwierig. Die Gefahren sind nach wie vor da.“ Er meinte, dass es zu einfach sei, wenn Anleger erwarten, dass der Markt hoch ginge, sobald die Zinsen gesenkt werden. Und er sagte etwas, das ich zuvor noch nie gehört habe, nämlich, dass in der Vergangenheit die Phasen der Zinssenkungen, die oft über ein Jahr hinweg laufen, für Aktien eher schlecht waren und ein nachhaltiger Aufschwung erst nach der allerletzten Senkung eintrat. Kurzfristig jedoch würden in der Phase zwischen dem Zins-Stopp und der ersten Zinssenkung, die meist nur ein paar Monate andauere, Aktien statistisch gesehen gut laufen.

Und noch eine Aussage machte Ehrhardt: Die Geldmenge sei so niedrig wie zuletzt in den 30er Jahren. Ich verstehe den Zusammenhang nicht, aber niedrige Geldmenge scheint ein Negativindikator zu sein. Markus hat diesen Punkt auch häufig schon erwähnt hat. Für mich die Erkenntnis: Es gibt noch verdammt viel herauszufinden!!

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