Smartbroker accomplished.

Dritter Tag der neuen Börsenwoche, der letzten Aprilwoche und damit kurz vor Mai, dem Monat, in dem man angeblich alles verkaufen soll. „Sell in May and go away.“ Kein Podcast lässt es derzeit aus, sich mit der alten Börsenweisheit und deren vermeintlicher Trefferquote zu befassen. Für mich ist es erst der zweite Mai meiner „Börsenkarriere“ und ich langweile mich bei dem Thema jetzt schon zu Tode.

Insgesamt ist es ein Dümpeln, das the Market dieser Tage vollführt. Wir befinden uns „in einem Bullenmarkt und einem Bärenmarkt gleichzeitig“, bemerkte gestern Markus sehr treffend, allerdings sei der Bär eher ein Koala und der Bulle eine blinde Kuh. Well said! Okay, ab und zu rumpelt es, wenn Quartalszahlen verlesen werden, aktuell wird beispielsweise Activision Blizzard geschlachtet, aber häufig sind die Ergebnisse auch besser als erwartet und die Lage beruhigt sich ingesamt wieder. Der breite Markt bewegt sich weiterhin träge, wenngleich die Wall Street tendenziell leicht abwärts shippert.

Was mich betrifft, ist geschehen, was ich letzte Woche noch weit entfernt sah: Ich bin wieder ins Handeln gekommen. Soeben habe ich mein Techlabor beim Smartbroker vervollständigt. Nach Tomra, die ich vor rund zwei Wochen ins Depot legte (aktuell 10% im Minus, na klar!) habe ich heute die letzten 928 Euro auf dem Verrechnungskonto für zehn Xylem-Aktien à 92,80 ausgegeben. Die US-Company ist schon lange auf meiner Watchlist und heute Morgen habe ich in dem Gefühl, dass die Märkte fallen werden, eine Limit-Order im Rahmen des zur Verfügung stehenden Guthabens aufgegeben. Now it’s mine. ❤ Xylem ist weltweit führend im Bereich effizienter und nachhaltiger Wassertechnologie, sowohl in Sachen Infrastruktur als auch bei der Entwicklung innovativer Wasserlösungen durch intelligente Technologie. Es ist mein ausgewähltes Invest im Zukunftsfeld Wasser, genau wie SunPower (aktuell minus 30%) meine Investition für das Voranschreiten der Solarindustrie ist. Mit Xylem sind nun 10.000 Euro im Techlabor investiert. Der Plan ist, an diesem Depot nicht mehr zu rütteln und in drei, vier, fünf oder zehn Jahren ein Wunder zu erleben. Eine echte Challenge.

Einen weiteren Neuzugang habe ich mir im Zero-Depot geleistet: Fanuc. ❤ Es ist genau wie Xylem eine der Aktien, die ich by heart besitzen möchte. Ich habe vormals auch mit Kuka geliebäugelt, die leider von Chinesen übernommen wurden. Fanuc und ist ein weiterer großer Player im Robitic-Business weltweit. Und weil die Japaner grundsätzlich als roboterverrückt gelten, setze ich für die Zukunft auf starken Erfindungsreichtum. Die Aktie erschien mir nach einem knapp 5%igen Rückgang (ich glaube, auf Basis des Quartalsberichts) bei 30,22 Euro kaufenswert. Mal schauen, ob sich das wieder einmal rächt… Aber selbst wenn, ich kann mir vorstellen, dass es eine Aktie ist, der ich treu bleibe und nachkaufen werde. Aber auch das ist nicht in Stein gemeißelt.

Ich meißele gar nichts mehr in Stein, schon gar nicht versuche ich, mir eine Strategie selbst aufzudrängen. Vielmehr will ich meine Anlagephilosophie wachsen lassen, sie soll sich sozusagen selbst meißeln und dies im Grundrauschen eines ruhigen, bedachten Agierens. Klar, lauert zwischendurch Rückfall-Gefahr. Da sind immer wieder die Momente, in denen mich die Chance von „10% in one day (or one hour)“ triggert. Datadog lag zur Eröffnung der Wall Street kurzfristig über 10% im Plus. Hätte ich doch bloß… Aber: Nein! Ich kann mich Impulskäufen mittlerweile erwehren. Denn ich weiß, weil ich es am eigenen Leib erfahren habe, dass die „Chance“ eines 10%-Loss genauso hoch ist, wenn nicht am selben Tag, dann kurz darauf oder als scheibchenweiser Niedergang. Und ich lasse es. Inzwischen sogar, ohne mich selbst fertig zu machen, wenn sich die Kaufentscheidung im Nachhinein als richtig, sprich gewinnbringend erwiesen hätte. Vielleicht bin ich tatsächlich auf einem guten Weg! Immerhin ist der Glaube in ein gelingendes Investieren, trotz der unglücklichen Zeit, in die ich geworfen wurde, zurückgekehrt. Und erstmals verteile ich an Aktien sogar Herzchen.

Worauf hätte ich gewettet, hätte ich gewettet?

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