Dummes Geld auf Speed.

Die Bank of America hat ihre neue monatlich erhobene Umfrage unter rund 300 globalen Fond- und Asset-Managern herausgegeben. Markus sagt, sie beinhalte „das höchste Ausmaß an Pessimismus im Jahr 2023“.

Als Hauptrisiko wird derzeit der sogenannte Credit Crunch gesehen, was bedeutet, dass Banken weniger Kredite vergeben. Es herrscht die Meinung vor, dass ein systemisches Kreditereignis zunehmend wahrscheinlicher würde. Was auch immer das ganz genau bedeutet, klingt es doch bedrohlich. Als weiterer Negativfaktor gilt: Die Inflation bleibt hoch und die Notenbanken bleiben hawkish. Weiter offenbart die Umfrage, dass die Allokation in Anleihen auf dem höchsten Niveau seit März 2009 im Umfeld der Finanzkrise sei. Klingt ebenfalls nicht gut. Klingt nach Angst.

Markus‘ Fazit: „Die Haltung gegenüber der Wirtschaft ist auf einem extrem tiefen Niveau, schlechter war die Stimmung historisch betrachtet selten.“ Ihn macht dieser „Negativindikator“ Hoffnung, weil sowas angeblich zeigen würde, dass das Gegenteil eintreten könnte. Hä? Ich weiß nicht… Keine Ahnung, ob an solchen Weisheiten was dran ist. Manche Börsianer-Glaubenssätze kann ich nur so hinnehmen, sie wollen sich mir nicht erschließen.

„Da draußen an der Wall Street gibt es wirklich viele Menschen, die im Strahl kotzen, weil der Markt so hoch geht, wenn auch sehr gequält. Das Ausmaß an Pessimismus ist extrem hoch.“

Markus Koch, Closing Bell, 18.04.

Tja, okay, da kann man sich fragen: Hat Markus recht – oder unterstellt er den befragten Managern Seitenlinienneid? Es klingt so, als glaube er, dass eine Mehrheit der Fondmanager nur deshalb weiterhin am Pessimismus festhalten und ihn verbreiten, weil sie selbst nicht im Markt investiert sind und somit den Hauptteil des Aufschwungs in den Bullenmarkt verpasst haben. Alles nur frustrierte Unkenrufe? Diese Interpretation klingt irgendwie auch ein bisschen nach Verschwörungstheorie.

Wenn es nach Markus Kochs YouTube-Community geht, befinden wir uns ohnehin bereits mitten in einem neuen Bullenmarkt und alle, die noch nicht zugegriffen haben, sind Deppen, die das Nachsehen haben, die die große Chance auf den großen Reibach verpassen. Ganz viel Schadenfreude empfinden diese Follower, die sich „Personal Trainer“ oder „Fly me to the Moon“ nennen. Fortwährend machen sie sich über Mike Wilson von Morgan Stanley lustig, stopfen sich gierig mit „Dips“ voll. Sie fühlen sich pudelwohl in ihrer überheblichen Bullishness und haben keinen Zweifel an ihren Prophezeiungen – so wie einer namens Thai Binh Nguyen​: „Rein in den Bullenmarkt Leute, gib den institutionellen Anlegern eins auf die Nase“. Das wiederum klingt wie Dummes Geld auf Speed.

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