From Mindfuck to Mindchange.

Morgens noch gedacht: „Kauf JP Morgan.“ Besaß ich schon mal, habe ich wie zig andere Aktien in irgendeiner Phase 0:0 (oder mit leichtem Verlust oder im Ausgleich mit einer Aktie im Plus) angstverkauft, um den anschließenden Aufschwung frustrierenderweise zu verpassen. Über ein Jahr lang habe ich auf diese Nullsummen-Art agiert, habe reichlich Zeit und Nerven und Geld verplempert. Aber egal. Jetzt ist jetzt. Und jetzt war ich kurz davor 10 x JP Morgan à 116 Euro zu kaufen. Dann dachte ich aber: „Wenn heute die Banken die Berichtssaison einläuten, kann das nach vorne, aber auch mächtig nach hinten losgehen.“

Mein Handeln kann ich als vernünftige Einschätzung betrachten oder mir am Abend bei JP Morgan mit 8% im Plus sagen: „Warum habe ich Idiot es nicht gemacht, warum zur Hölle habe ich nicht gekauft, denn eigentlich waren die Kommentare zu Banken im Vorfeld doch ganz zuversichtlich…“ Bis vor kurzem hätte ich mir Letzteres vorgeworfen, mich massiv beschimpft für mein „Versagen“. Ich hätte mich für meine Unfähigkeit, einer Eingebung zu folgen, in Grund und Boden gebashed. Zum Glück bin ich da raus. Es ist so erleichternd, dass ich die destruktiver Ansprache, diese grausame Selbstdemontage, neuerdings regulieren kann.

Wie bin ich an diesen Punkt der Entspanntheit eigentlich gelangt? Ich glaube, so banal es klingt: Indem ich es mir bewusst gemacht habe. Zuvor hielt ich den assozialen Umgang mit mir für angemessen. Geholfen hat das Interview von Markus Koch mit der Psychologin Denise Shull, die viele Jahre Wall Street Trader gecoacht hat. Sie kennt die seelischen Nöte beim Aktienhandel in allen möglichen Facetten und weiß, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Das 20-minütige Interview war für mich ein MindFuckGameChanger…

„Verluste, Niederlagen, Emotionen. Wie Hedgefonds ihre Trader auf Kurs halten.“
https://youtu.be/MjdNeRSnKPY

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