Wenige Menschen in meinem Freundeskreis beschäftigen sich mit Finanzen, mit Aktien schon gar nicht. Entsprechend wenig Austausch mit echten Menschen habe ich. Meine Börsen-Buddies sind Podcast-Hosts. Eine Ausnahme ist F. Er hat viele Jahre bei Banken als Vermögensberater gearbeitet und im Auftrag von Kunden höhere Geldbeträge möglichst risikoarm ins Fonds angelegt. Inzwischen arbeitet er bei einem NGO, verwaltet dort ebenfalls Vermögen, ist privat auch ein bisschen an der Börse aktiv. Er hatte mich anfangs gewarnt und kann bis heute nicht verstehen, dass ich mich als totale Anfängerin mit derart hohen Geldbeträgen völlig naiv ins Geschehen gestürzt habe. Dass ich meinen Einsatz von nahezu 100.000 peu à peu auf unter 50.000 reduziert habe mit vergleichsweise geringem Verlust, hat er mit Zustimmung verfolgt und er macht mir Mut, dass die Buchverluste irgendwann ausgeglichen sein werden. But now is not the time.
Whatsapp an F.: Die Börse macht mich einfach nur noch depri. Ich brauche eine Exit-Strategie. Alleine nur der Vorsatz, nichts mehr zu machen, führt bislang nicht dazu, mich abwenden zu können und alleine durchs Loslassen davon weg zu kommen. Es ist wie eine Sucht. Ich muss mich zur Ruhe zwingen. Es wäre gut, ich hätte einen Plan, ein Konzept, was ich machen soll, damit ich da rauskomme. Dabei wäre Rauskommen doch in dem Moment gegeben, in dem ich nichts mehr mache. Es ist weird. Und klingt für dich bestimmt übertrieben. Was ein Scheiß, ich sag’s dir.
Antwort von F.: Kriegst du hin. Step by step.
Hilft mir das? Nein. Und ja.