Seit meinem letzten Beitrag – I’m out bitches – sind zehn Tage vergangen. Zehn Tage in denen ich nicht nur einmal dachte, dass es das war, dass ich keinen Bock mehr habe, weder auf weitere Aktivitäten an der Börse und erst recht nicht darauf, noch ein Wort über My Sentiment zu verlieren. Stecker raus, Deckel drauf, schmort schön vor euch hin, ihr Depots. Good bye und gute Erholung, irgendwann, wann auch immer.
An besagtem Donnerstag, 9.3. regte es mich wieder einmal kolossal auf, dass nach einer Phase angemessener Katerstimmung der vorangegangenen Tagen sofort wieder eine Rally folgte, obwohl die Zahlen es nicht wirklich hergaben. Eine Rally ohne Fundament, sentiment-getrieben, wie es immer so schön heißt. Kaufen, der verbilligten Preise willen. Es machte mich wütend, irgendwie hilflos, weil mein Verstand da nicht mitkommt.
Lustig, nein eigentlich tragisch, dass kurz darauf eine richtige Bombe platzte. Was mit der nur am Rande beachteten Pleite der Kryptobank Silvergate begonnen hatte, setzte sich mit dem Niedergang der Silicon Valley Bank fort, der auf die US-Regionalbanken überschwappte.

Erst hieß es Bankenpleite 2.0 oder auch „Lehmann-Moment“, inzwischen ist nur noch vom Bankenbeben die Rede. Die Kurse gingen erstmal rasant runter. Crash-Feeling im Bankensektor, aber auch darüber hinaus. Nach dem Down kam die Rettung durch die US-Regierung und es ging rasant wieder rauf. Bis mit der Credit Suisse ein neuer Absturz folgte und mit deren Rettung durch die USB gemeinsam mit der Schweizer Regierung wieder eine Erholung kam.
Richtig geil, jeden Tag was Neues. Furcht, keine Furcht. Bankenpleite, alles geht den Bach runter. Dann wieder kaufen, kaufen, kaufen. Feer & Greed nach Tagesform. Absolut verrückt. Mal sehen, wie es sich in dieser Woche weiterentwickelt. Mich macht das Ganze einfach nur noch fertig. Oder wie schrieb mir Ende vergangener Woche im Chat von Markus Koch eine oder ein Follower vollumfassend aus der Seele:
„r g: Sorry aber ich fühle mich dezent verarscht nach den letzten 5-7 Tagen. Man hat eine mehr oder weniger relevante Bank „geopfert“ und nun wieder Rallye.“
Closing Bell Community Chat, 9.3.23
Inmitten zunehmender Ablehnung der Börse insgesamt habe ich eine Aktion unternommen, die sich wie eine Mischung aus Trotz und Abarbeitung eines Plans angefühlt hat: Ich habe bei 275 Euro Berkshire Hathaway nachgekauft, fünf Anteile, und SunPower bei einem echten Dumpingpreis unter 12 Euro um 50 Aktien aufgestockt. Gesamt-Invest: 2000 Euro. Ich handelte im Glauben, es mache langfristig wahrscheinlich Sinn und gleichzeitig mit einer Scheißegalhaltung, dass es, wenn tatsächlich alles schiefgehen sollte, auf dieses Geld auch nicht mehr ankommt. Soll das Dumme Geld mal einer verstehen!