Es wäre ja zu schön gewesen… Endlich die angemessene Kehrtwende in Richtung Realität. Leaving the bubble. Aber nein. Die Aktien steigen wieder. Germany & Europe go shopping. Die Wall Street wird sich wohl anschließen. Denn die FED-Protokolle haben am gestrigen Tag nichts hervorgebracht, das nicht erwartet wurde – im Gegenteil ist die Befürchtung eines nächsten höher als erwarteten Zinsschrittes um 0,50% (anstelle der bislang eingepreisten 0,25%) geringer geworden.
Nach Börsenschluss hat Nvidia mega Zahlen geliefert, was als positives Zeichen für den Tech-Sektor gesehen wird. Es ist wie in den Wochen zuvor, kaum gibt es eine Korrektur, finden sich Käufer, die die Aktien mit Abschlag einsammeln. Es gibt offensichtlich genug Interessenten am Markt, die guter Dinge bleiben. Und bei denen, die negativ gestimmt wird, vermuten „Marktbeobachter“, dass die negative Stimmung ein Indikator für weitere Kursanstiege sein könnte. Dieser Zusammenhang wird oft erwähnt, ohne dass ich die Logik dahinter verstehen kann. Es hört sich einigermaßen absurd an.
By the way: Marktbeobachter. Sie werden in der Börsenberichterstattung gerne angeführt, wenn es darum geht, eine These mit Expertise zu unterfüttern. Schein-Expertise könnte man meinen. Denn wer sind die, diese Marktbeobachter?! Talking heads without name. Wohl so eine Art „unabhängige Experten“, die in Nachrichten ebenfalls gerne genommen werden.
Na ja. Gut. Okay. Wie auch immer. Macht mal. Ich bleibe verhalten. Und ich habe keinen Bock mehr, mir anzusehen, wie die grünen Zahlen heute wieder hektisch blinken. Keinen Bock mehr auf die Kommentare, warum Sorgen übertrieben sind. Keinen Bock mehr auf den steigenden Fear & Greed Index immer höher im Feld „Extreme Greed“. Der Markt, das Superbrain, strebt wie ein trotziges Kind weiter nach oben. Tesla, klar, macht mit. Ob das Superbrain derzeit hauptsächlich vom Dummen Geld gefüttert wird? Oder ob die smarten Investoren sich ebenfalls vermehrt aus der Deckung wagen? I don’t know… Was ich weiß ist aber, dass ich eine Pause brauche. Deshalb beende ich diesen Börsentag um 13 Uhr, noch bevor die Opening Bell geschlagen hat. Mir reicht es. Und wie die Amis sich ab 15:30 Uhr die Taschen vollstopfen, will ich gar nicht sehen.