Am Freitag sind an der Wall Street die faktisch seit den superstabilen Arbeitsmarktdaten berechtigten Zinssorgen in die Wall Street eingesickert, wenn auch nur zögerlich. Denn trotz des Wochenschlusses und dem bevorstehenden Feiertag am Montag in den USA blieb eine Flut von Gewinnmitnahmen aus, die eigentlich naheliegend gewesen wäre. Aber dann, am heutigen Dienstag nach dem US-Feiertags-Gap an der Börse, enttäuschen – in die angespannte Gesamtlage hinein – nicht nur Giganten wie Home Depot und Walmart, sondern negativen Analysten-Stimmen werden endlich gehört und nicht mehr nur belächelt. Zudem ein starker Anstieg der 10-jährigen US-Staatsanleihen. Toxische Gemengelage für Aktien. Und tatsächlcih: Die Kurse fallen. Mir gefällt das. Ich fühle mich wohl. Meine Erwartung wird erfüllt und der Verstand atmet auf. Zum ersten Mal seit meinen Anfängen an der Börse im November 2021 machen mir rote Zahlen keine Angst. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Ich feiere sie. Am Ende dieses schönen Tages hat der Dow Jones die gesamten Gewinne dieses Jahres komplett abgegeben, der S&P ist unter die 4000-Punkte-Marke gefallen und der Nasdaq hat nach 9% Anstieg in 2023 an einem Tag immerhin 2,5% verloren. Mal sehen, wie nachhaltig der Abgabedruck sein wird.
Börse ist immer eine Anpassung der Schätzungen an die eigentliche Realität. Es ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten. Es ist keine Voraussage definitiver Ereignisse. Nobody knows the future, Insbesondere in einem Umfeld das so wenig transparent ist wie das aktuelle.
Markus Koch