Im Vorfeld der heutigen US-Inflationsdaten, denen nach dem Abschwung vergangene Woche gestern (warum auch immer…) eine Rally vorausging, bin ich von einer Gleichgültigkeit erfasst, die mich selbst überrascht. Ich denke mir, wenn es weiter hochgeht, okay, dann schaue ich mal, ob ich das ein oder andere zusätzlich loszuwerden. Ganz oben auf der Liste: meine Berkshire Hathaway-Position, die durch Nachkäufe auf 4.700 Euro angeschwollen ist, ohne dass ich wirklich von ihr überzeugt bin, weil mir da zu viel Apple, zu viel Banken und zu viel Öl drinsteckt, verbunden mit der Sorge, wie sich die Company entwickeln wird, wenn der gute Warren nicht mehr ist. Auf der anderen Seite würde es mir gefallen, wenn es bergab ginge, wie ich es schon so lange erwarte. Doch egal wie es sich entwickelt, berührt es mich gerade nicht in dem Ausmaß, wie ich es kenne. Ich fühle mich neutral.
Bemerkenswerterweise habe ich zu meiner Stimmung an diesem Tag den genau passenden Podcast geliefert bekommen, veröffentlicht von Lars Erichsen. Er gehört zum Kreis der Finfluencer, denen ich regelmäßig zuhöre. Ich verdanke ihm viele Denkanstöße, obwohl mir die perfide-verschleierten Aufforderungen, sich ihm als Kunde anzuvertrauen, manchmal sehr unangenehm sind. Hin und wieder hatte ich den Impuls, ihn deshalb abzubestellen. Aber für die aktuelle Folge bin ich echt dankbar. Es geht um Gleichmut und darum, wie hilfreich er beim Geldanlegen ist, wenn nicht sogar die Voraussetzung für Erfolg.
https://podcasts.apple.com/de/podcast/die-erfolgs-formel-an-der-börse/id1455853622?i=1000599469070
Gleichmut. Das gefällt mir. Und so werde ich mich an diesem entscheidenden Tag, an dem die US-Inflationszahlen der Rally noch eins draufsetzen oder einen Eintags-Crash auslösen können, vor deren Bekanntgabe ausklinken. Da ich nicht vorhabe zu handeln, kann ich mir Zeit und Nerven sparen. Good Luck dem Dummen wie dem Smarten Geld, wie und worauf auch immer es heute verwettet wird. Long oder short, ich bin raus.