Call me weird. Oder süchtig. Womöglich beides.

Morgen FED, Donnerstag EZB und Bank of America – sie alle entscheiden über Zinsen, gebündelt in einer Woche, dazu aus den USA der Einkaufsmanager-Index, die Offenen Stellen und der Arbeitsmarktbericht, gar nicht zu reden von den Earnings der großen Tech-Giganten Apple, Amazon, Meta, die obendrauf noch anstehen. Ich ärgere mich, dass ich Tesla nicht verkauft habe, für einen Moment wäre es sogar mit einem Minigewinn möglich gewesen. Aktuell bin ich wieder im Minus. Mir ist überhaupt nicht wohl in Anbetracht der Stimmung. Gestern noch entspannt, habe ich heute wieder die Befürchtung, den Fehler wiederholt zu haben, kurz vor einem erneuten Absturz auf Positionen sitzen geblieben zu sein, die ich recht schmerzfrei hätte loswerden könnten. Nein, statt dessen habe ich BYD zurückgekauft, gegen meinen Vorsatz. Wenigstens das korrigiere ich und trenne mich vom China-Autobauer. Gestern wären 50 Euro für mich drin gewesen, heute lege ich 15 Euro drauf. Keine Beträge, die der Rede wert sind. Aber doch drängt sich die Frage auf: Wie soll ich wohl an der Börse jemals zu was kommen mit meinem Schwachsinn?! Hertz ist nach meinem Exit, na was wohl… ordentlich gestiegen. BYD zunächst ja auch, bis ich wieder eingestiegen bin, logisch.

Mannomann. I need a break. In der Tiefe meiner Seele bin ich so verwirrt und verängstigt, dass ich mir eine Auszeit zugestehen sollte. Anstatt permanent über neue Investments nachzudenken. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, keine Einzelaktien mehr zu kaufen, habe ich Dutzende auf meiner Watchliste, auf die ich täglich stundenlang starre. Ich beobachte zig ETFs in allen Sektoren und Ländern. Ich bin besessen. Börsentäglich und auch am Wochenende investiere Zeit und Nerven, um Konzepte für zukünftige Investitionen zu entwickeln. Ich möchte einsteigen, wenn der Markt nochmal zurückkommt. Und ignoriere, dass ich mit einem neuen Versuch mein Geld erneut aufs Spiel setze. Im Urlaub war es super, ich war raus aus dem Gedankenkarussel, konnte widerstehen, auf Kurse zu starren. Danach war ich beruhigt, dass ich offensichtlich doch nicht süchtig bin, wie ich bereits befürchtete. Hier und jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.

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