Keinen Börsenbock mehr.

Ich bin wieder da. Die Wall Street nach einem Feiertag auch. Die Kurse dümpeln vor sich hin. Und ich habe auch keine Lust auf die Beschäftigung mit rot und grün blinkenden Zahlen. Null Bock. Ich schaue hin und doch nicht. Ist das nur vorübergehend, eine Urlaubsnachwehe…? Oder ist die Abgetörntheit diesmal nachhaltig? Jedenfalls reizt es mich gar nicht, mich dem täglichen Nachrichtenauswurf zu beschäftigen. Analyst Hinz sagt dies, Notenbänker Y, in China ist Zero Covid out und der DAX ist das einzig Wahre. Wurde bis vor kurzem noch alles genau anders herum propagiert. Da hieß es Amerikanische Aktien wären geil und China bleibt dicht. Ich druller mich unbeteiligt durch die Depots. Curevac schon wieder absteigend, Tesla aufsteigend, ein bisschen rauf, ein bisschen runter, seitwärts, scheißegal, weil morgens wieder umgekehrt. Warum mache ich das eigentlich?

Fakt ist: Der Abstand von all dem durch eine Woche Urlaub hat mir gutgetan, so sehr, dass ich begleitend zur Unlust gedanklich damit beschäftigt bin, meine Strategie (wann man sie überhaupt so nennen darf), die lautet: „Loswerden, was geht“ über Bord zu werfen – und zwar in dem Sinne: Die angelegten 70.000 ab jetzt einfach sich selbst überlassen. Halten und Schluss. Aus den Augen aus dem Sinn. Und nach zwei, drei, fünf, zehn Jahren schauen, was daraus geworden ist. Die restlichen 30.000 meines Budgets in Festgeld anlegen, Sparpläne laufen lassen. Zeit und Energie sparen und anderweitig investieren. Denn wenn es an der Börse 2023 so durchgeknallt weiter geht wie 2022, was etliche Marktstrategen voraussagen, und jede Entwicklung ständig auf den Kopf gestellt wird, gibt es nicht viel zu gewinnen, aber massig Energie und womöglich auch Geld zu verlieren. Der Mark ist aktuell ein Zirkus.

„Bärenmärkte sind wie ein Spiegelsaal und darauf angelegt, Geld zu kosten. Das Geld der Anleger. Wir bei Morgan Stanley vertrauen unseren fundamentalen Bewertungen. Anleger sollten auf ihre vertrauen. Selbst, wenn wir keine Rezession sehen, werden die Margen in den USA und damit einhergehend die Ergebnisse der Unternehmen signifikant enttäuschend ausfallen. Das Risiko am Aktienmarkt bleibt entsprechend groß.“

Mike Wilson, Morgan Stanley

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